Unser Magazin 2018 KW 42/18 - Page 22

22 16. OKTOBER 2018 • WERBUNG „Auswandern ist wie eine Ausbildung“ Richter Grimbeek, zukünftiger Chorleiter des Riedbergchors, ist ein Dirigent mit südafrikanischen Wurzeln. WEIBERN. Richter Grimbeek ist hauptberufl ich Musiker, leitet u.a. die Hausruckvoices und den Kienzlchor. Nun lädt der gebürtige Südafrikaner zu einer Kennenlernchorprobe beim Riedbergchor. Über seine Liebe zur Musik, seine Auswanderung sowie über das schöne Öster- reich spricht der unterhaltsame 46 Jahre bei „Zu Gast bei uns“. ders schätze ich auch die Sicher- heit – zuhause, auf der Straße. Auch das ist keine Selbstverständ- lichkeit und war mit ein Grund, dass wir auswanderten. Sie lebten 40 Minuten von Jo- hannesburg entfernt, war es dort gefährlich? Herr Grimbeek, Sie werden den Riedbergchor in Ried von Andreas Wiesbauer überneh- men. Wie kam das? Andreas hat mich angerufen und gesagt, dass er zurücktre- ten möchte und an mich als Nach- folger denkt. Wir haben uns dann zum Frühstück getroffen. Der Tipp kam wohl von einem Zu- hörer bei den Hausruckvoices. Am 7. November geht’s los, aber zuerst haben wir am 24. Oktober um 19.30 Uhr im Pfarrheim Ried- berg eine Chorprobe zum Ken- nenlernen, zu der ich ganz herz- lich einladen möchte! Lässt sich diese Herausforderung mit Ihren anderen musikalischen Projekten vereinbaren? Aber natürlich! Ich sage immer: Wie schaff t man es, mehrere Kin- der mit ihren Persönlichkeiten und Temperamenten zu haben? Genauso ist es mit den Chören. Es ist wunderbar, wenn nicht al- les gleich ist. Wie kann man sich die Tätigkeit eines Chorleiters vorstellen? Das Ausfüllen dieser Aufgabe kommt nicht über Nacht, man wächst mit ihr. Ich stelle weder den Mensch noch die Musik in den Mittelpunkt. Ein gesundes Gleichgewicht aus hohem Niveau gepaart mit Menschlichkeit zu erzeugen, ist meine wichtigste Richter Grimbeek mit Redakteurin Petra Brödner. und schönste Aufgabe – neben dem Projektmanagement na- türlich. Sie haben in Norwegen und Süd- afrika ihren Bachelor of Music (Magister) gemacht. War die Mu- sik schon immer Ihr Hauptberuf? Ja! Meine Eltern sind beide Musi- ker. Als Kind habe ich mit Legos unter dem Klavier gespielt, wäh- rend meine Mutter übte. Meine Schwester ist auch Chorleiterin. Ich hatte zwei Leidenschaften: Sport und Musik. Ich habe mich für das entschieden, was ich län- ger machen kann. Sie sind mit Ihrer Frau Lize, Pro- jektleitern bei der Messe Ried, aus Südafrika ausgewandert. Warum genau nach Weibern? Ich bin mit Musikchören schon immer viel gereist, und war auch immer in Österreich – zum ers- ten Mal 1997. Der Bezug zu Wei- bern war ein witziger Zufall: 2001 waren wir wieder auf Chor-Reise, als ein Chor aus Wien absagte. Wir verschickten EU-weit Mails, dass wir eine Unterkunft für vier Tage brauchen. Eine Mail kam zurück: aus Weibern! Und der Kontakt blieb bestehen? Genau. Thomas Müller, einer meiner besten Freunde neben Walter Krenn, die beide bei den Hausruckvoices singen, schrieb damals die Mail. Wir blieben in Kontakt, und als die Stelle des Chorleiters zu besetzen war und mir angeboten wurde, ha- ben meine Frau und ich alles ver- kauft und sind mit unseren bei- den Kindern ausgewandert. Das Gasthaus Wiwari in Weibern ist übrigens das bekannteste in ganz Südafrika! Jeder Chor, der nach Oberösterreich kommt, will dort- hin. Was gefällt Ihnen an Oberöster- reich am besten? Wie lange haben wir Zeit? Da ist die Zuverlässigkeit der Lands- leute. Dann das hohe Niveau des Musizierens. Ich denke, das liegt am Engagement der Leute, aber auch an der Unterstützung durch die Regierung. Für mich ist das nicht selbstverständlich. Die Ös- terreicher haben Musik in den Ge- nen! Die Landschaft und die Seen sind wunderschön. Ganz beson- Leider ja! Meine Frau wurde vor unserer Tür mit einer Waff e bedroht. Hätte diese keine La- dehemmungen gehabt  ... schrecklich! Wir wollen ein erfüllendes, glück- liches Leben führen. Der Tag unserer An- kunft in Österreich ist übrigens auch mein Autokennzei- chen. Wie kommen Sie mit der Sprache und der Mundart klar? Unser Ziel als Familie war, dass wir spätestens nach drei Jahren voll integriert sein möchten – schon aus Respekt vor dieser großartigen Kultur. Meine Frau hatte es leichter, sie war früher für ein Jahr als Au-pair in Deutsch- land. Ich nahm Deutschunter- richt bei Nicole Kreuz, sie ist auch Chormitglied. Mein Plan ist, jede Woche einen neuen Satz oder ein Wort in Dialekt zu lernen. Meine Chöre haben da die besten Leh- rer. Dialekt lernt man am besten am Stammtisch! Daheim spre- chen wir aber Afrikaans. Sind Ihre Frau und Ihre Kinder auch musikalisch? Meine Frau singt im Chor und spielt Kontrabass. Meine Toch- ter Amelie singt auch. Mein Sohn Alexander spielt am liebsten – Nintendo (lacht). Vielen Dank für das Gespräch! PETRA BRÖDNER Haben Sie eine ungewöhnliche Fähigkeit, ein besonderes Schicksal zu meistern, besondere Momente erlebt oder visionäre Zukunftspläne? Dann seien Sie unser Gast! Interessierte können gerne mit uns unter redaktion@unsermagazin.at oder unter Tel. 07752/83665-16 in Verbindung treten. Wir freuen uns auf Sie!