TUHH Spektrum Mai 2016 - Page 36

36 18 Forschung Namen, die man sich merkt Welche Bilder löst dieser Name aus? Urbanek-Urbach! Murmeln. Ein Bach, Wassergeplätscher über Steine? An das Urmel aus dem Eis, aus dem gleichnamigen Kinderbuch? Welche Assoziationen auch immer dieser Doppelname hervorruft, Zeit braucht man, bis aus der vokalreichen Buchstabenabfolge ein Gesamtbild entstanden ist. Für Bärbel Urbanek stand früh fest, dass sie sich im Fall einer Heirat mit Dieter Urbach für einen Doppelnamen entscheiden würde. Nicht nur des Klanges, sondern auch einer spezifischen Seltenheit wegen: Es gibt wohl kaum Doppelnamen-Träger, bei denen jeweils vier der ersten Buchstaben die gleichen sind? Die Mitarbeiterin im Referat für Personalentwicklung, seit 1993 verheiratet, sieht bis heute darin auch „ein gutes Omen“, wie sie sagt“. Von A wie Abdel-Maksoud bis Z wie Zurawski – im Namensregister des TUHHVorlesungsverzeichnisses finden sich außer Meyer, Möller, Müller, Schmitt, Schröder und Schulze auch Nachnamen, die einen stutzen lassen. Zum Beispiel Steinmeier – ein Verwandter unseres Außenministers? Schiller! Schindler! Springer! Wieviel Herzog, Boss, König steckt im Stammbaum der Träger dieser Namen? Dazwischen abwechselnd arabische, asiatische, chinesische, indische, spanische Namen – und ausgefallene. Wie lebt es sich damit? spektrum befragte Träger ungewöhnlicher Nachnamen. Manche Nachnamen bedürfen offenbar der Erklärung. Zum Beispiel Übelacker. „Übel wie schlecht und Acker wie Feld“, so hat der gleichnamige studierte Wirtschaftsmathematiker schon in jungen Jahren seine namentliche Vorstellung ergänzt und hat damit außer irritierten Blicken auch falschen Schreibweisen vorgebeugt. In seiner Geburtsstadt Delmenhorst oft angesprochen, ob er verwandt mit dem Wasserturmwärter sei, was richtig ist, fragte man ihn später in Hamburg nach der Verwandtschaft mit dem ehemaligen Direktor der Sternwarte, die er verneinen musste. „Das ist doch eines der Privilegien seltener Nachnamen, in einer Masse von Müllern nicht anonym unterzugehen“, meint er. Sven Übelacker arbeitete einige Jahre im Bereich der Computersicherheit in verschiedenen wissenschaftlichen Rechenzentren. Durch seine derzeitige Forschung für seine Dissertation über „Human Factors in Information Security" scheint das hinzugefügte „h" mitten in seinem Nachnamen für seine Onlineprofile perfekt zu passen: „Uebelhacker“ wurde so zu seinem Pseudonym. Als er während seines Studiums in Ulm einen Kommilitonen namens Schönfelder kennenlernte, scherzte er gern, wenn er