TUHH Spektrum Mai 2016 - Page 18

18 Mit Ultraschall durch die Fahrrinne Ein Bericht von Martin Tschechne enn Christian Renner sich mal einen Blick in die Zukunft erlaubt, nur zum Spaß und ohne wissenschaftliche Absicht – dann sieht er einen Hamburger Hafen voll dienstbarer Roboter, klein wie Fische und fast ebenso beweglich. Sie tauchen ein ins Wasser und prüfen den Zustand der Kaimauern. Sie untersuchen Schiffsrümpfe auf Beschädigung und erkennen Verschmutzung etwa durch austretendes Öl. Sie entfernen Bewuchs und loten die Tiefe der Fahrrinne aus. Vielleicht baggern sie eines Tages sogar selber Sand und Schlick aus, ganz routiniert und selbständig, ohne auf einen koordinierenden Befehl warten zu müssen. Smarte Maschinen eben. Renner sieht sie vor Badestränden kreuzen, wo sie mit speziellen Sensoren die Wasserqualität kontrollieren; er sieht sie hinter der Staumauer von Talsperren, die sie auf Risse absuchen, auf See als Wachen vor den Fundamenten eines Windparks oder auf Patrouille im natürlichen Habitat geschützter Tiere und Pflanzen. W Fotos: Christian Bittcher, fotolia „Zukunftsmusik“, sagt der frisch gebackene Juniorprofessor und lacht. „Aber die Forschung ist auf gutem Weg.“ Nach seiner Promotion 2013 bei Volker Turau am Institut für Telematik der TUHH war er nach Lübeck gegangen, wo am Institut für Technische Informatik das autonome Unterwasserfahrzeug „Monsun“ entwickelt wurde. Renner beteiligte sich am Projekt mit seinen Studien zu den Möglichkeiten der Kommunikation zwischen den hechtgroßen, giftgelben Maschinen. Und wenn auch nach der Rückkehr nach Hamburg sein Labor noch auf die passenden Geräte wartet und das Büro noch auf den letzten Schliff: Die deutlich kleineren Unterwasser-Roboter „HippoCampus“ der Kollegen Axel Hackbarth und Eugen Solowjow vom Institut für Mechanik und Meerestechnik (spektrum Oktober 2015) haben seine Begeisterung geweckt: „Sie sind flink und äußerst wendig, dazu preiswert genug, um wirklich in Schwärmen eingesetzt zu werden.