TUHH Spektrum Mai 2016 - Page 11

Alexander Weber Markus Venzke Computer Science, Vertiefung Intelligence Engineering (MSc) Oberingenieur am Institut für Telematik Projekte wie TUNE, welche eine Generalüberholung der IT-Infrastruktur versprechen, halte ich grundsätzlich für notwendig. Studierende können mit schnelleren Zeugnisausgaben sowie einer optimierten Organisation der Nichttechnischen Wahlpflichtfächer rechnen und werden profitieren. Leider wird die Fertigstellung aller Teilprojekte von TUNE noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen. Eine Parallele zu Industrie 4.0 würde ich aber an dieser Stelle nicht ziehen. Hierfür bedarf es autonomer Agenten und Maschinen, die miteinander kommunizieren und auf Basis der gesammelten Daten Entscheidungen treffen. Bei den meisten Vorgängen an der Uni handelt es sich jedoch um Dienstleistungen. Auch wenn Computer im Spiel sind – Entscheidungen fällen schlussendlich die Menschen. Wir Informatiker sind ja diejenigen, die die Digitalisierung erst ermöglichen und insofern erwarten unsere Absolventen beste berufliche Perspektiven. Was mich als Wissenschaftler betrifft, so habe ich bereits seit 2003 meine Vorlesungen aufgezeichnet, damit sich Studierende unabhängig von Zeit und Raum mit den Inhalten auseinandersetzen können. In der Forschung könnte ich mir vorstellen, dass die Wissenschaftler rund um den Erdball enger vernetzt zusammenarbeiten zum Beispiel durch den weltweiten Austausch von Messdaten. Gernod Deckelmann Joachim Scheunert Oberingenieur am Institut für Baustoffe, Bauphysik und Bauchemie Kanzler der TUHH Der Begriff Industrie 4.0 soll die vierte industrielle Revolution zum Ausdruck bringen. Gemäß einem bei Wikipedia entnommenen Zitat, ist die Basis dieser Revolution die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sowie die Fähigkeit, aus den Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Fragestellungen oder sogar Forschungsarbeiten dazu haben in meiner bisherigen Tätigkeit an der TUHH keine Rolle gespielt. Wird der daraus abgeleitet Begriff TUHH 4.0 als eine weitergehende Informatisierung und der Einsatz von Robotern an den Universitäten verstanden, kann ich ähnlich wie im Industriebereich keine wirkliche Revolution, sondern eine Weiterentwicklung bereits vorhandener Ansätze und Möglichkeiten erkennen. In diesen Bereichen sehe ich die TUHH aktuell gut aufgestellt. Die mit diesen Weiterentwicklungen verbundenen Konsequenzen sollten allerdings gerade im Bereich der Lehre nicht dazu führen, dass die persönliche Betreuung beziehungsweise der Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden reduziert wird oder sogar entfällt. Mit 4.0 verbinden sich Veränderungen unserer Arbeitswelt. Was können wir uns unter Universitätsverwaltung 4.0 vorstellen? Ich glaube, dass das Bild vom Internet der Dinge bei der Antwort hilft. Wir werden sehen, dass Verwaltungssysteme der Bereiche Finanzen, Organisation, Personal etc. automatisch miteinander zu kommunizieren lernen. Menschliche Arbeit wird der Konzeption, der Überwachung und der Qualitätssicherung dieser Kommunikation dienen. Die Arbeit wird anderen Charakter bekommen, sie wird anspruchsvoller und herausfordernder werden. Seien Sie gespannt darauf! Ramina Maschal Logistik, Infrastruktur und Mobilität (MSc) Morgens im Bett liegen bleiben und einfach die Datenbrille aufsetzen, um an der Vorlesung teilzunehmen? Mir gefällt diese Vorstellung! TUHH 4.0 ermöglicht eine neue Art des Wissensaustauschs und eine bessere Vernetzung innerhalb des Campus und zu anderen Universitäten. Wir nutzen bereits die aktuellen Angebote wie Stud IP, Dropbox und Google Scholar. Damit wir Studierenden die Entwicklungen aktiv mitgestalten und die Vernetzung nicht nur noch virtuell stattfindet, halte ich die Gründung einer TUHH 4.0-AG für nötig und sinnvoll.