The Doppler Quarterly (DEUTSCHE) Winter 2018 - Page 49

Erfolgreiche Hybrid Cloud-Umgebungen zeichnen sich durch folgende Merk- male aus: • Zentrale Identitätsinfrastruktur, die mehrere Umgebungen abdeckt • Permanente, sichere Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Unternehmen und Cloud-Umgebung • Ausweitung des Unternehmensnetzwerks durch eine integrierte, sichere Netzwerklösung. So entsteht eine segmentierte, einheitliche Netzwerkinfrastruktur. • Einheitliche Überwachung und Ressourcenverwaltung Mehrere Clouds Dieses Konzept ist praktisch selbsterklärend und beschreibt die Bereitstellung einer Cloud-Infrastruktur mit Unterstützung mehrerer Public Cloud-Anbieter mit oder ohne Private Cloud. Die Motivation, WARUM Unternehmen Mul- ti-Cloud-Konzepte und -Architekturen in Betracht ziehen, ist jedoch der Punkt, an dem es interessant wird. Risikominimierung (nach der Börsenweisheit „Lege nicht alle Eier in einen Korb“) Unternehmen, die in die Public Cloud umsteigen, empfinden die Abhängigkeit von einem externen Anbieter wie Amazon, Google oder Microsoft meist als Risiko. Häufig stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, das Risikoempfinden durch den Einsatz mehrerer Cloud-Plattformen zu reduzieren. Schließlich entsteht bei jedem Anbieter eine völlig eigenständige, komplette Umgebung. So ergibt sich eine Ausweichmöglichkeit, falls die Beziehung zu einem Anbieter unhalt- bar werden sollte, und theoretisch erhöht sich auch die Chance, den Betrieb aufrechtzuerhalten, falls ein Anbieter ausfällt. Obwohl dieser Ansatz logisch erscheint, sprechen andere Argumente dagegen. An erster Stelle steht die Komplexität. Für jede weitere Geschäftsbeziehung mit einem Anbieter muss eine zusätzliche Cloud-Architektur verwaltet wer- den. Und da die meisten Unternehmen bereits mit einer Hybrid Cloud arbeiten, müssen insgesamt drei Umgebungen verwaltet und betrieben werden. Man kann zwar mehrere Cloud-Anbieter in Anspruch nehmen, darf aber gleichzei- tig nicht den Überblick verlieren. Einige Cloud-Anbieter bieten hilfreiche Pro- dukte und Dienste von Drittherstellern, die die Bereitstellung standardisierter Abstraktionsebenen ermöglichen und theoretisch die Komplexität aus der Verwaltung mehrerer Cloud-Anbieter herausnehmen sollen. Ein gutes Beispiel ist Pivotal Cloud Foundry, eine bekannte Lösung, die die Ausführung von Anwendungen in mehreren Clouds ermöglicht. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Sie durch die Abstraktionslösung wieder in dieselbe Situation geraten, die Sie eigentlich vermeiden wollten: die Abhängig- keit von einem einzigen Anbieter. Außerdem vergeht zwischen der Veröffentli- chung neuer Funktionen durch Cloud-Anbieter und deren Umsetzung in den Abstraktionsprodukten fast immer eine gewisse Zeit, was auf Kosten der Agilität geht. Agilität und die schnelle Markteinführung neuer Produkte und Funktionen sind entscheidende Antriebsfaktoren für den Umstieg in die Cloud. Warum soll- WINTER 2018 | THE DOPPLER | 47