The Doppler Quarterly (DEUTSCHE) Sommer 2017 - Page 61

Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass bis 2020 weltweit mindestens 5 Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierung und künstliche Intelligenz verloren gehen. Die Rechenzentren werden konstant von automati- sierten und intelligenten Engines überwacht. Nur ein oder zwei Mal im Monat werden die Rechenzentren von echten Menschen betreten, die ausgefallene Ser- ver oder andere Geräte ersetzen. Ältere Rechenzent- ren, die eher manuell und mit menschlichem Zutun betrieben werden, gelten als kostenineffizient und werden durch zunehmend automatisierte Rechen- zentren ersetzt, die in der Regel KI und andere Tech- nologien nutzen. Richtungswechsel Was also ist der Menschen in einer Welt, die immer mehr von Robotern bevölkert wird, und in der Robo- ter sogar ihre Arbeit übernehmen können? Es geht darum, andere berufliche Wege einzuschlagen. Aber keine Angst, dies ist nicht das erste Mal in der Geschichte. Denken wir an das Aufkommen des Verbrennungs- motors und die damit eröffnete Möglichkeit, sich schnell ohne Hilfe von Pferden fortzubewegen. Dieje- nigen, die in der Pferde- und Kutschenindustrie arbeiteten, einschließlich derer, die Kutschen und Peitschen herstellten, mussten umdenken und andere Möglichkeiten finden, ihre Relevanz nicht zu verlie- ren. Diejenigen, die in diesen Branchen arbeiteten, mussten neue berufliche Wege einschlagen. In den letzten hundert Jahren haben wir viele dieser Veränderungen durchlaufen, einschließlich des Auf- stiegs von Computern, Sofortnachrichten und Onlineshops ... und die Liste geht noch weiter. Heut- zutage geht es darum, zu betrachten, welche Teile des Arbeitsmarktes wachsen oder wachsen werden. Abbildung 1 zeigt, dass die Anzahl der Stellenaus- schreibungen im Bereich des maschinellen Lernens ansteigt, was keine Überraschung ist. Jedoch werden diese wahrscheinlich von jenen besetzt, die ohnehin bereits im IT-Bereich arbeiten, und sind somit keine Hilfe für von der IT verdrängte Lkw-Fahrer. Für dieje- nigen, die ihre Jobs in Rechenzentren oder anderen Hightechbereichen aufgrund des zunehmenden Ein- satzes von Automatisierung und KI verloren haben, stellen diese Ausschreibungen jedoch eine gute Option dar. Das Dilemma besteht darin, dass KI und Automatisie- rung im Allgemeinen einen Großteil der schweren Arbeit übernehmen werden, der derzeit von Men- schen geleistet wird. Dies sollte Dinge sicherer und kostengünstiger machen, wenn man die Auswirkun- gen auf die meisten Leben bedenkt. Diese Verände- rung führt aber auch dazu, dass mehr Stellen abge- baut denn geschaffen werden, und dass diejenigen, die durch KI-basierte Automatisierung und Roboter ersetzt wurden, nicht die gleichen Optionen haben werden wie die Menschen in der Hightech-Branche, die sich ohnehin alle 10 Jahre neu erfinden müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Übergang zu einer KI-basierten Welt In einem kürzlich geführten Interview mit Quartz sagte Bill Gates, dass eine Robotersteuer der richtige Weg sein könnte, um einen besseren Übergang zur Automatisierung und KI-basierten Job-Tötungstech- nologie zu ermöglichen. „Diese Steuern könnten Jobs im Altenpflege- oder Schulbereich finanzieren, für die es Bedarf gibt und für die Menschen besonders gut geeignet sind.“ Gates stellt fest, dass Behörden solche Programme beaufsichtigen müssen, anstatt sich auf Unterneh- men zu verlassen, die gewinnorientiert arbeiten. Der öffentliche Sektor kann die Arbeitsplätze umvertei- len, um Menschen mit niedrigeren Einkommen oder den oben erörterten ersetzten Arbeitern zu helfen. Tatsächlich erwogen EU-Gesetzgeber einen Vor- schlag, Roboterbesitzer zu besteuern, um die Weiter- bildung von Arbeitern zu finanzieren, die ihre Jobs verlieren. Im Februar dieses Jahres hat der Gesetzge- ber dies jedoch letztlich abgelehnt. Es gibt kein Patentrezept hierfür. In Bezug auf die Automatisierung, die Jobs tötet, sind es alte Probleme in einem modernen Umfeld. Aber die neue Entwick- lung der KI-Technologie könnte sich deutlich von frü- heren unterscheiden. Warum? Die KI ist schlauer als wir. SOMMER 2017 | THE DOPPLER | 59