The Doppler Quarterly (DEUTSCHE) Sommer 2016 - Page 73

lungsarbeit, solange dieser Service von den Kunden in Anspruch genommen wird. Auf einer Puppet-Kon- ferenz vor zwei Jahren hat Mike Stahnke von Puppet dieses klassische Zitat über die Entwicklung von Ser- vices genannt, das ich hier sinngemäß wiedergeben möchte: Ihre Arbeit endet erst, wenn es keine Benut- zer mehr gibt. Die Konzentration auf die Technologie allein und das Ignorieren der politi­ schen und sozialen Aspekte dieses Wandels bildet jedoch den Boden für eine katastrophale Entwicklung. Mit den Services sind die Zeiten vorbei, in denen Code einfach weitergegeben wurde, sodass dieser zum Problem von anderen wurde. Die Entwickler müssen ihre Services selbstständig verwalten und warten. Hierfür brauchen sie APM-Tools (Application Performance Monitoring) und Protokollierungstools, um schnelles Feedback und Warnmeldungen zu erhalten. Die Überwachung wird mehr zu einem pro- aktiven, als zu einem reaktiven Prozess. Da der Ser- vice von vielen verschiedenen Anwendungen und Benutzern benötigt wird, muss er immer verfügbar sein. Die Operations-Teams überwachen zwar noch immer die Infrastruktur, aber die Entwickler über- wachen ihre Services. Dieser neue Ansatz führt zu einer radikalen Verände- rung der bisherigen Betriebsmodelle auf der Basis unabhängiger Systeme und erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und den Operations-Teams. Teamstrukturen werden an Pro- dukten und Services ausgerichtet und resultieren in kleinen Teams, die ein breites Spektrum an Fach- kenntnissen und Kompetenzen aufweisen. Funktio- nale unabhängige Systeme funktionieren in einer serviceorientierten Welt nicht besonders gut. Vertikale und horizontale Architektu- ren im Vergleich Traditionelle vertikale Architekturen bestehen aus zwei oder drei Ebenen (Web, Anwendung, Daten- bank). Hier ist eine Kapazitätsplanung erforderlich, um genügend Rechen- und Speicherressourcen für eine adäquate Skalierung bereitzustellen. Vertikale Skalierung bedeutet, dass zusätzliche Hardware oder Hardwarekomponenten zur bestehenden Infrastruk- tur hinzugefügt werden. Diese Aufgabe wird von Hardwarespezialisten übernommen. Anwendungen werden mit der Erwartung erstellt, dass die Hard- ware immer verfügbar ist. Zudem muss eine Vielzahl von Personen sicherstellen, dass aus Annahmen Rea- litäten werden. Beim neuen Modell besteht die Infrastruktur aus Code und Architekturen sind horizontal skalierbar. SOMMER 2016 | THE DOPPLER | 71