Sonntagsblatt 6/2016 | Page 21

deutsche und argentinische Volkslieder im Saal ertönten. Zum Abschied bedankte sich Robert Herman nochmals, und u.a. wurde erwähnt: „Die Gegenseitige Unterstützung und Zu sam - menarbeit sind es, die zur Festigung unserer Vereine und dem Erhalt unserer Kultur beitragen. Es ist für uns eine Ehre, dass Ihr alle mit Eurem Kommen unseren Verein unterstützt habt. Ein Jahr geht zu Ende, das uns viel Freude bereitet hat, aber keine war so gross, wie die, das s wir hier alle zusammen sind.” Am Sonntagmorgen waren die meisten noch am Strand oder machten auch einen Stadtbummel um Geschenke einzukaufen. Nach dem Mittagsessen fuhren die Chöre aus Buenos Aires wie- der heim. Am Sonntagabend trafen sich die Chöre vom Sängerbund Kohlstetten und des Deutschen Vereins in der Kirche Inmaculada Concepción um noch nach der Abendmesse kirchliche Lieder vor- zutragen. Die letzten zwei Lieder wurden dann zusammengesun- gen, es war ergreifend wie schön es klang. Der Deutsche Chor wurde von Familie Herman untergebracht und am Montagabend gab es noch ein Abschiedsasado (argentini- sches Grillen), dass sich alle recht gut schmecken liessen. Nach dem Essen spielte Robert Herman Schifferklavier begleitet von Peter mit seinem Schellenbaum, es wurde getanzt und mitgesun- gen. Mit einem besonderen Dank wurden die deutschen Chöre am Dienstag morgen verabschiedet, die von Villa Gesell direkt zum Flughafen fuhren, denn am selben Tag noch sollte die Rückreise nach Deutschland angetreten werden. O Brasilien/Entre Rios FUNDACÄO CULTURAL SUÁBIO-BRASILEIRA = DONAUSCHWÄBISCH–BRASILIANISCHE KULTURSTIFTUNG In den Jahren während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Donauschwaben aus ihrer alten Heimat an der mittleren Donau ver- trieben. Plötzlich standen hundertausende Menschen heimatlos da und wussten nicht, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen sollen. Sobald sich irgendwo eine Hoffnung auf ein geregeltes Leben auftat, versuchten sie die Möglichkeit zu nutzen, um eine neue Heimat zu gründen. So ist es zu erklären, dass heute Nachkömmlinge der Donauschwaben fast in der ganzen Welt zu finden sind. Außer in Österreich und Deutschland leben die vom Pioniergeist durchdrungenen Menschen auch in den USA, Kanada, Australien, aber auch in Südamerika. Im Jahre 1951 ist es einer Gruppe von etwa 500 Familien (2446 Personen) gelungen, durch die Schweizer Europa Hilfe nach Brasilien zu kommen und dort für ihre Familien eine ständige Bleibe einzurichten. Der Anfang war schwer, viele sind wieder nach Europa zurückge- kehrt. Aber ein Teil hat den Kampf mit der Natur aufgenommen und die donauschwäbische Siedlung Entre Rios gegründet. Es gibt sie im - mer noch und sie ist heute weltweit die einzige Siedlung, die gezielt die donauschwäbische Tradition pflegt. Man kann mit gutem Gewissen be - haupten, solange es Entre Rios gibt, gibt es auch Donauschwaben. Um die Arbeit für das Donauschwabentum zu unterstützen, haben die Siedler in Entre Rios die „Donauschwäbisch-Brasilianische Kultur stif - tung“ gegründet, die hier vorgestellt werden soll. Aus: „Das Donautal-Magazin” Die Donauschwäbisch–Brasilianische Kulturstiftung besteht seit dem Jahre 2001 und hat 380 aktive Mitglieder und 20 Mitarbeiter. Sie koordiniert im Kulturzentrum Mathias Leh die Pflege von Brauchtum, Tradition und Sprache (donauschwäbisch) und erfasst und fördert Instrumental-, Theater-, Tanzgruppen und Chöre. Der Idee, eine Kulturstiftung zu gründen, lag die Absicht der Genossenschaft Agrária zugrunde, allen im kulturellen Bereich tätigen Vereinen und Gruppierungen von Entre Rios Versamm - lungs- und Proberäume zur Verfügung zu stellen, Auftritte in der Gemeinde und auswärts zu organisieren und insgesamt Kontinui - tät in die Kulturarbeit zu bringen. Daher kamen alle Gruppen unter das Dach der Kulturstiftung, die für nötige Lehrkräfte zur Weiterbildung sorgt. Ihr Ziel: Erhaltung und Verbreitung der traditionellen donau- schwäbischen Kultur als weiteren Beitrag zum multikulturellen neuen Heimatland Brasilien, zugleich aber auch Beschäftigung mit der einheimischen Kultur. Zum Aufgabengebiet der Kulturstiftung gehört die Betreuung der folgenden Einrichtungen: Kulturzentrum Mathias Leh Das Kulturzentrum Mathias Leh beherbergt ein Auditorium mit 600 Sitzplätzen und großer Bühne für Theater- und Konzert - abende (Blasorchester, Chöre, Brauchtumsabende und vieles mehr), aber auch für Auftritte der Kulturgruppen (insgesamt 30) unter der Schirmherrschaft der Kulturstiftung. Weitere Räumlichkeiten sind den Radio- und Zeitschrift-Re - daktionen vorbehalten und andere dienen dem Musikunterricht. Das Kulturzentrum ist direkt mit der Leopoldina-Schule und dem Heimatmuseum verbunden und bildet eine gelungene Einheit. Heimatmuseum von Entre Rios Das neue, im Januar 2012 eingeweihte Heimatmuseum von Entre Rios, beherbergt tausende Dokumente, Fotos und Gegenstände und zeigt dem Besucher in anschaulicher, kurzweiliger und mo - derner Art die 300-jährige Geschichte der Donauschwaben, die einst aus dem Gebiet des Deutschen Reiches auswanderten, in den von den Habsburgern beherrschten Gebieten Südosteuropas lebten und nach dem 2. Weltkrieg nach Entre Rios kamen. Radio Entre Rios Täglich zwei Mal je eine Stunde strahlt der Radiosender Uni - centro, auf der Frequenz FM 99,7 Beiträge in deutscher Sprache aus. Ziel ist es dabei, den Hörern Informationen zu den lokalen täglichen Ereignissen aus dem wirtschaftlichen, politischen, kultu- rellen, sozialen und religiösen Bereich, in entspannter Atmos phä - re mit Musikeinblendungen, Interviews, Kurzinformationen sowie Nachrichten, zu vermitteln. Deutschsprachige Zeitschrift Alle zwei Monate erscheint die deutschsprachige Zeitschrift Entre Rios für die Donauschwaben aus der Gemeinde, aber auch für Abonnenten weltweit, und bringt aktuelle, aber auch geschichtli- che Informationen zu Geschehnissen in der Siedlung. Jugendcenter Das Jugendcenter, gegründet 1975, versteht sich als Zentrum und Treffpunkt der Jugend von Entre Rios. Mit Veranstaltungen und Festen während des Jahres bietet das Jugendcenter seinen Mit - (Fortsetzung auf Seite 22) 21