Sonntagsblatt 2/2018 - Page 14

Trauma trotz Torschützenkönig-Titel Und das trotz der elf Tore von Kocsis, mit denen er überlegen Torschützenkönig geworden war. Obwohl er nie wieder an einer WM teilnahm, ist er noch immer Sechster der ewigen WM-Tor- schützenliste. Am Ende seiner Nationalmannschaftskarriere hat- te er 75 Tore in 68 Spielen erzielt – eine herausragende Statistik in der Kategorie eines Gerd Müller und Eintrittskarte in den Kreis der ganz großen Stürmer. Und dennoch markierte das Trauma von Bern, zugefügt von Sepp Herberger und Horst Eckel, der Hidegkuti manndeckte, einen Wendepunkt. Der Mannschaftsbus wurde bei der Rück- fahrt in der Schweiz aus Angst vor Attacken umgeleitet, der Sohn von Trainer Sebes in der Schule verprügelt, der große Puskás ausgebuht. Und auch das Regime griff durch, verhaftete etwa Torhüter Grosics später wegen Landesverrat. Flucht zum FC Barcelona Als sich 1956 die Volkswut im ungarischen Aufstand entlud, flo- hen viele Stars ins Ausland. Vor der Gewalt, vor dem Regime und vor der Vergangenheit. Puskás heuerte bei Real Madrid an, Czibor gemeinsam mit Kocsis beim FC Barcelona. László Kubala hatte das Duo überredet, nach Katalonien zu kommen. In Spanien erzielte Kocsis 42 Tore in 75 Spielen, war noch immer das Goldköpfchen, das für Ungarn so brilliert hatte. Und den- noch: Er wurde alt, müde, dachte immer öfter an den Ruhestand. 1965 beendete er dann seine Karriere und eröffnete das Restau- rant „Tete d‘Or“ in Barcelona, „Goldkopf“. Er arbeitete kurz als Trainer, genoss das Leben in der Sonne, als 1975 die Diagnose Leukämie das Glück jäh beendete. Vier Stockwerke in den Tod Wenig später kam Magenkrebs dazu, Kocsis war schwer krank. Ihm musste der linke Fuß amputiert werden, die vielen Operatio- nen brauchten sein gesamtes Vermögen auf. Im Jahr 1975 war der einstige Superstar, die Ikone, ein gebrochener Mann. Ver- armt, verkrüppelt, verzweifelt. Am 22. Juli starb er durch den harten Aufprall auf dem glühenden Asphalt vor dem Hospital Quironsalud in Barcelona, westlich des Parque Güell. Bis heute ist ungeklärt, ob es ein tragischer Unfall oder der Suizid eines Mannes, der keinen Ausweg mehr sah, war. 30 Jahre wiederbelebter Marienkult in Sandkomor/Homokkomárom Von Stefan Pleyer Pilgerfahrt in Sandkomor Die fromme Tradition der Sandkomorer Pilgerfahrt (Komitat Sala) blickt auf eine reiche und lange Tradition zurück. Diese Pilger- stätte der damals aus dem Moselgebiet frisch angesiedelten 14 Donauschwaben wurde bereits im frühen 18. Jahrhundert von Gläubigen aufgesucht, um eine Adoratio (Ehrerbietung) unserer lieben Frau darzubringen. In den dunklen Jahren der Rákosi-Ära wurde jedoch das kirchliche Leben Sandkomors und dessen Filialen (Langwies, Freiwies, Deutsch-St. Niklau, Obernak) we- sentlich geschwächt. Vor 30 Jahren, im Frühling 1988, stellten die Einheimischen das Institut der Pilgerfahrt her. Seither ist die dortige St. Felix-Kirche eine der am meisten besuchten Pilger- stätten Transdanubiens. Ähnlich wie in vielen ungarländischen Ortschaften begann die Kirchengeschichte Sandkomors mit der berühmten Anordnung des ersten ungarischen Königs, Stephan des Heiligen, wonach alle 10 Dörfer eine eigene Kirche errichten mussten. So war es auch in Sandkomor, wo in der Zeit der Arpaden bereits eine Steinkirche stand, die von den einbrechenden Türken in der Neu- zeit dem Erdboden gleichgemacht wurde, genau wie die umlie- genden Siedlungen. In der Region galt die Burg von Kanischa (heute Großkanischa, Großkirchen, ung. Nagykanizsa) als die stärkste Befestigung gegen die ottomanischen Kräfte. Nach 90-jähriger türkischen Herrschaft befreiten die kaiserlichen Truppen die Burg, wodurch sie und die Umgebung in die Hand von Oberst Baron Josef von Schenkendorf (Burgkapitän von Kanischa) fiel, natürlich zusam- men mit Sandkomor. Die Bevölkerung war infolge der türkischen Angriffe stark dezimiert: Die Renaissance der Kanischaer Hügel- landschaft sollte mit einem tatendurstigen Wiederbau beginnen. Der Urheber der neuen Kirchen- und Siedlungsgründungen war der erwähnte Oberst von Schenkendorf: Als er Sandkomor er- hielt, befahl er die Errichtung einer neuen Holzkapelle am Ort, wo im Späteren das Fundament einer künftigen Steinkirche ge- legt werden sollte. Bei den Bauarbeiten, sofort nach den ersten Spatenschlägen, fanden die Arbeiter ein Marienheiligenbild unter den Wurzeln, das eine Glaskopie vom „Maria mit der Birnen- schnitte”-Kunstwerk Albrecht Dürers war ܈[0[\B\[YHYH\[ܙ]\[\\\K[\B۝[Y\H܈Z[\pX[\0휝[[\]B\ MZH]YZ[H[X[˂YH\[HZ[HYH][]\X\pX\ Z[ZZ[ŒM [Z[H\Y[H \[X\K[YHXXHZ[Y[[\ZXH]XYH[X\[ܝY[\\H]Y[]\[\\[ [[[[Y[[Z[\0XYH[X\[[Y\H\H\YBX\[H8'[\\YX[]Hۈ[[ܸ'H [ˈB[p\ZHޱl^[XJK[[ M̌\\Y[[]YH[[[[H[HXY] \™YH[\[\Z[Y]H[\XpXXYZ[\KYB]HHؙ\ۈ[[ܙ\]YHZ[H\[Z[[[\[Z[\[Z[\[ܘY[[ۂ\ \[[\Hۚ\[]\\Y؛[[\[[YX[ \\[ [[XY] HZܝ]Y\NYKBH8'ۘ]\X['Hۚ\Y\[YH[[YY[[[\[ܰ][Y\]YH0휙\YH[YY\X[Z[Y]KBۜܙZX[Z[]^\]\X[\[Y[X[[YHYH[[Y\ܰ\]ܙ[H]\[Z[H\BZ[\K[HY\[H[X\XH\[\BM̌Z[H\HYHۚ\[X]] [HZ[[Z]\[Z[Y[\H[[܈ MLH\ZX\ [\[Zۂ [^[\\H][ \[[ܙ\YX]Y[[ZܝY\\ M HYZ[ L[\\HZ[[[]Y]][\ܚ\[KBY[[XY\[\Z\[\[YH\H[\[H[\Y[0[Z[\[[0\\\\BZ\H\[[Y[[XYH]]HۛYZH][[ۙ]Y[H0[ [\\[H\[\\\YHY\Y[]\[[[[[X\YH\X[Y][ۙ[Z\]Y[Z[X]Z^Y\[ۙ\YH\p[YHZKBۛY؛]