Sonntagsblatt 2/2018 - Page 10

Regelung dieses Problems! Um die Frage zu klären, hat der Generalsekretär des Verbandes der Deutschen in Ungarn, Dr. Friedrich Wild, in Begleitung des Referenten László Farkas von der Nationalitätenabteilung des Ministeriums für Bildungswesen den Vorsitzenden des Staatlichen Amtes für Kirchenfragen, Já- nos Horváth, besucht. Dieser hat die vorgebrachten Beschwer- den mit Erstaunen und Befremden angehört. Er versicherte, vom Amt für Kirchenwesen ein solches Verbot nicht erlassen worden zu sein, sondern im Gegenteil, man ist bestrebt, die Rechte der Nationalitäten auch auf religiösem Gebiet zu sichern. Es wird ge- prüft werden, ob von den höheren kirchlichen Behörden der Ge- brauch der deutschen Sprache wirklich verboten wurde oder ob dies nur das Werk einzelner Personen sei. Es wurde schon öfters darüber gesprochen, da wir unsere Mut- tersprache in der Familie, in der Schule, im öffentlichen Leben sprechen dürfen und wolten, jetzt können wir aber sagen, man darf auch in der Kirche deutsch singen. Georg Krix, 1958 Chancen wahrnehmen Ein Kommentar von Richard Guth zur Wahl des deutschen Ab- geordneten Wahrlich ist der Einzug von Emmerich Ritter ins ungarische Par- lament ein historischer Moment, wohlwissend, dass es auch in der jüngeren und ferneren Vergangenheit Abgeordnete gab, die sich für die „deutsche Sache” eingesetzt haben. Wir als Nach- kommen von Jakob Bleyer werden dabei stets an seine mahnen- den Worte erinnert, die er 1933 an die ungarische Politik gerich- tet hat. Auch, wenn seitdem 85 Jahre vergangen sind, ist seine Kritik auch heute noch gültig, wenn nicht sogar aktueller denn je. Es ist in der Tat ein großer Erfolg, dass Menschen – in Anbe- tracht dessen, dass sie dadurch auf ihr parteipolitisches Stimm- recht verzichten – einem eigenen Vertreter Vertrauen geschenkt haben. Eine Chance, die es wahrzunehmen gilt. Dabei möchte ich an dieser Stelle den ehemaligen Minister für Humane Ressourcen, Zoltán Balog, zitieren, der vor einigen Monaten gesagt hat, dass wir uns nicht erlauben können sich zurücklehnen. Und in der Tat, es gibt viel zu tun: Ungarn verfügt seit der Wendezeit zweisfelsohne über ein mustergültiges Min- derheitengesetz, woran es hapert, ist die Umsetzung der schön klingenden Minderheitenrechte in die Praxis. Die LdU mit Listenführer Emmerich Ritter hat vier Hauptziele formuliert. Die Pflege der Kontakte zum Mutterland erscheint Folgen Sie dem Sonntagsblatt und der JBG auch auf Facebook: facebook.com/sonntagsblatt.hu facebook.com/jbg.hu 10 dabei als evident. In der Person von Bernd Fabritius, ein Sie- benbürger Sachse, wurde ein Politiker zum neuen Beauftragten der Bundesregierung gewählt, der es durch seine persönlichen Bindungen zu Ost- und Mitteleuropa und die Erfahrungen als (vormaliger) Angehöriger der deutschen Minderheit versteht, wie man die deutschen Minderheiten in dieser Region noch effektiver unterstützen könnte. Allen voran im Schulbereich, was auch im Wahlprogramm der LdU Aufnahme fand. Denn kulturelle Auto- nomie zu haben ist die eine Seite der Medaille, die andere ist diese Autonomie mit Inhalt zu füllen. Die Zeiten mit fünf Stunden Deutsch-Fremdsprachenunterricht, der dank oder wegen der einen Volkskundestunde als Nationalitätenprogramm verkauft wird, sollten endlich vorbei sein. Es macht in der Tat keinen Sinn, zwei- oder gar (deutsch) einsprachigen Unterricht - oft nur auf dem Papier - in der Fläche anzubieten, aber dort, wo er aufgrund deutscher Präsenz als berechtigt erscheint und die Trägerschaft der betroffenen Einrichtung der örtlichen deutschen Selbstver- waltung obliegt, dort müsste er Standard sein. Die Erfahrungen aus den Nachbarländern zeigen, dass nur authentische Ange- bote zum Erfolg führen, aber selbst dort ist eine Entscheidung für den muttersprachlichen Unterricht seitens der Eltern keine Selbstverständlichkeit mehr. Genauso gilt es, die eklatanten Mängel bei der Fachlehrerausbildung (die es in weiten Teilen gar nicht gibt) zu beheben, und gleichzeitig eine Lösung gegen die Abwanderung von Lehrkräften ins Ausland zu finden. Hierbei wäre ein stärkeres Engagement des Mutterlandes zielführend. Wenn wir von Schulen sprechen, dann meine ich ein Schulnetz vom Kindergarten bis zur Universität, wie es bei den Rumänien- madjaren beispielsweise üblich ist. Denn oft setzen Schüler von zweisprachigen Nationalitätenschulen (in den wenigen, die es gibt) ihre Schullaufbahn in rein ungarischsprachigen Schulen fort oder Absolventen von Nationalitätengrundschulen mit fünf Stunden Deutschunterricht finden Aufnahme an zweisprachigen Gymnasien und fühlen sich heillos überfordert. Das dritte Ziel im Wahlprogramm, die Rückgabe der Mitbestim- mungsrechte örtlicher deutscher Selbstverwaltungen, ist zu be- grüßen YH\[Hܝ[X[\][ۘ[]0[[ B\[[\[\ˈ[[[Y\\\[0YZ]H[[X[Y[Y[ [ Y][ۜYJHZ[Y\ Z[BXH[\\[ݙ\][[]XZH][H] ZX[\YYHXHYHYH[][\]]\XH[[ܛZ[X[[H0]\]Y\XH Lˈ B[ TY[[K[\X[[[ۈXpXZ][X\]X[Z[\[]][ۈ[Y[[\\[ۙZBH\YH]Y[][[\X[K[XH\[X\] Y\H]\YH[YZ[Y]XZ[ܙ\YB\0훈ZpZ[0\H]XZ[X\X\]XX][[][[Z[Y\[\X \YBZ[[[]]XY\X[]\Z\Y[Z\HZ[\]X[\X[[XZ[Y[[]\훛BZ[0\\[\[[\[K[\[]H8$[\][ۈZ]\H H\]H]]HX[ܙ]BZ ]X[\HXHZ[Y[YH\[YZ[Y BZ[\Z[YH[HZ\Y[YHZKHˈYZXYBZ][H\H[Z\ZYHZZHYpHX[YXYܝ B][Y\Z[Z\Y[\[YpHX[[[\\Z]0\[ NM [\\\ \Y[KZXK[Y[ۜ[\X ]YH[Yܰ\[\]]\XB[X[[\H\Y[[ۈ[YXYZ][XZBZ[[Y\HXHKX\]XY\ܙZYYH]]YBZ]Y[\[\\\[][YH\YZ[[[ \\Z[p[0\]\Y[HX[X\[]\™[\[\H]p[\[[[ܜ\ۙ[[ۂ][ۘ[]0[[\[[[YH[\H[Y[B\[[[[ۈ\\[[\[\\[\\[\XYZ[]\X\X\\ZH[[B\]][Z[X\[Yۘ[\\][ \\]X[\Z[[ZY\YH\Z\Y[\š[\ۈ[[Y\X]\\[8'\H]]\BXx'H]]ZH[X[\\ YH\X[ܙ[]BY[\[H[\\[[[UH]۝K[[ZZY[ZpX\[YZ[[HYY[\[ۙ\X[YZ[[H[ܝ\[Z[\][\]\™Z[\X[Z\]\\ܚ\\˂ۛY؛]