Nationalparkplan Band 2 - Page 92

Baumartendiversität
Teilgebiet Müritz Innerhalb der 125 Aufnahmestreifen wurden insgesamt 23 Baum- oder Straucharten erfasst . Spitz- und Feldahorn , Birne , Gemeiner Schneeball , Europäische Lärche und Hasel wurden auf den untersuchten Flächen nicht festgestellt . Sie sind jedoch im Teilgebiet Müritz , wenn auch mit geringer Frequenz , vertreten .
Teilgebiet Serrahn Innerhalb der 41 Aufnahmestreifen wurden insgesamt 14 Baum- oder Straucharten erfasst . Traubenholunder wurde auf keiner der untersuchten Flächen festgestellt . Er ist jedoch im Teilgebiet Serrahn mit geringer Frequenz vertreten .
Baumartendiversität in Abhängigkeit von der Höhe
Teilgebiet Müritz In der Höhenstufe 0 – 20 cm wurden 16 Baum- oder Straucharten nachgewiesen . Dabei dominiert keine Baumart , d . h . die Verjüngung scheint gut gemischt . In der Höhenstufe 161 – 240 cm sind nur noch 8 Arten vertreten , was einen Artenschwund von 50 % bedeutet . Auch hier dominiert noch keine Art . Allerdings ist der Anteil der eigentlich verbisstoleranten Buche von 21,1 % auf 3,4 % abgesunken . Ebenfalls abgesunken ist der Anteil der Eberesche , während Faulbaum und Spätblühende Traubenkirsche , bekanntermaßen Arten , die wenig verbissen werden , eine relative Zunahme zeigen .
Teilgebiet Serrahn Hier stellt sich die Situation ganz anders dar . In der unteren Höhenstufe ( 0 – 20 cm ) sind 12 Arten vertreten , dabei dominiert die Buche eindeutig ( 92,2 %). In der oberen Höhenstufe ( 161 – 240 cm ) sind nur noch 3 Arten vertreten . Der Buchenanteil ist auf 57,1 % gesunken , die Anteile der Eiche auf 29,6 % bzw . die der Kiefer auf 13,3 % gestiegen . Die beiden zuletzt genannten Arten erreichen nur in den Kiefern-Bestandestypen die Höhenstufe 161 – 240 cm . Obwohl hier nur wenige Eichen und Kiefern ankommen , erreichen relativ viele die obere Höhenstufe .
Individuendichte der Naturverjüngung
Teilgebiet Müritz In der Naturverjüngung der holzigen Arten wurden 6.250 Individuen / ha nachgewiesen . Die Eberesche hat mit 1.500 Ind ./ ha die höchste Dichte . Es folgen Faulbaum , Buche , Eiche und Kiefer mit ca . 900 Ind ./ ha . Weitere häufige Arten sind Spätblühende Traubenkirsche mit 500 und Sandbirke mit 250 Ind ./ ha .
Mit zunehmender Höhe nimmt der Anteil der Eberesche stetig ab , sie verschwindet aber nicht völlig . Die Buche macht in der untersten Höhenstufe noch 20 % der Individuen aus . In der oberen Höhenstufe geht ihr Anteil auf 3 % zurück . Der Eichenanteil bleibt mit ca . 10 % in allen Höhenstufen relativ konstant . Der Kiefernanteil ist mit über 20 % am höchsten in der Stufe 0 – 20 cm und in der Stufe 161 – 240 cm .
Die Hainbuche ist oberhalb von 40 cm nicht mehr vorhanden , Bergahorn und Salweide fehlen oberhalb von 80 cm , Aspe und Moorbirke oberhalb von 160 cm .
Teilgebiet Serrahn In der Naturverjüngung wurden 7.250 Individuen / ha nachgewiesen . Damit herrscht hier eine höhere Verjüngungsdichte , als im Teilgebiet Müritz . Die Buche dominiert dabei deutlich ( 6.000 Ind ./ ha ). Eberesche mit 300 und Eiche mit 550 Ind ./ ha sind noch relativ individuenreich .
Bezogen auf die einzelnen Höhenstufen ergibt sich folgendes Bild : Die Buche ist in den unteren beiden Höhenstufen mit 83 % überproportional häufig an der Gesamtindividuenzahl vertreten . Zwischen 40 cm und der oberen Höhenstufe nimmt ihr Anteil bis auf knapp 60 % ab . Demgegenüber nimmt der relative Anteil der Eiche mit steigender Höhe kontinuierlich zu . Der Bergahorn ist oberhalb von 80 cm völlig verschwunden . Oberhalb von 160 cm sind dann auch die wenigen Restexemplare von Eberesche , Faulbaum , Moorbirke , Sandbirke und Holunder ausgefallen .
Fazit : Sowohl die Diversität der Baumarten in den unteren Höhenstufen als auch deren Individuendichte spiegeln ein hohes Naturverjüngungspotential wider . Mit zunehmender Wuchshöhe wird die Naturverjüngung jedoch durch Wildverbiss deutlich und selektiv dezimiert .
5.3.3 Grundlagen der Waldbehandlung
Von 1991 bis 1998 erfolgte die Waldbehandlung auf der Grundlage einer vom Umweltministerium und vom Landwirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam erlassenen „ Richtlinie zur Behandlung der Wälder im Müritz-Nationalpark ”. Sie diente als Grundlage für die Abstimmung von waldbaulichen Maßnahmen zwischen der Landesforstverwaltung und dem Nationalparkamt .
Gemäß dieser Richtlinie durften in der Kernzone keine forstlichen Eingriffe vorgenommen werden , geplante Maßnahmen der Forstämter in der Entwicklungszone mussten mit dem Nationalparkamt abgestimmt werden . Das Einvernehmen zwischen beiden Behörden wurde jährlich durch eine einzelbestandsweise und damit flächenkonkrete Planung hergestellt .
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