Nationalparkplan Band 2 - Page 67

Das Haveleinzugsgebiet umfasst die Teileinzugsgebiete :
- Dambecker See mit Diekenbruch und Tannensee ( die „ Havelquellseen “, lt . SCHELLER und VOIGTLÄNDER sind dies Wittsee , Bornsee , Trinnensee , Mühlensee werden hier dem Einzugsgebiet der Ostsee zugeordnet , s . o .) - Krummer See , Schulzensee und Babker See - Käbelicksee mit Röthsee und Bodenseen - Granziner See mit Pagelsee - Zotzensee - Jäthensee mit Großem Säfkowsee , Bullowsee und Leussowsee - Görtowsee mit Rotem See und Jamelsee - Useriner See mit Kramsee - Langhäger See und Wenschsee - Woterfitzsee mit Caarpsee
Im Teilgebiet Serrahn entwässert das nördlich der Hauptwasserscheide gelegene Gebiet über die Tollense bzw . Peene zur Ostsee . In diesem Gebiet liegen der Serrahnsee und der Haussee . Der südliche Teil mit Fürstenseer See ( einschließlich Nebenseen ) und Schweingartensee bis Lutowsee entwässern über den Woblitzsee nach SW zur Havel . Der Grünower See , der Mühlenteich und der Grammertiner Teich über den Godendorfer Mühlenbach sowie das Einzugsgebiet des Schulzensees jeweils in südliche Richtung zur Havel .
Eine Vielzahl untergeordneter oberirdischer Wasserscheiden gliedern das Gebiet in eine größere Zahl von Teileinzugsgebieten bzw . abflusslose Senken .
Durch künstliche Durchbrüche bzw . Wasserbaumaßnahmen wurden auch hier im Laufe der Jahrhunderte kleinere Gewässer bzw . Vernässungszonen von bis dahin abflusslosen Senken an die Vorflutsysteme angeschlossen ( z . B . Anschluss kleiner Gewässer um den Großen Serrahnsee bzw . des Serrahnsees selbst nach NE , Entwässerung eines nordwestlichen Vorflutsystems über den Zwirnsee zum Fürstenseer See , Anschluss des Schweingartensees und von Nebengewässern in Richtung Lutowsee usw .).
4.2 Arten und Lebensgemeinschaften
4.2.1 Stehende Gewässer
Vegetation
Untersuchungen zur Vegetation ausgewählter Seen erfolgten u . a . durch DOLL ( 1979 , 1982 , 1983 ), KAISER ( 1992 ), SPIESS ( 1990 ), GEBEL ( 1994 ) und BRUSEDEYLINS ( 1994 ).
Die charakteristische Unterwasservegetation der Mehrzahl der Seen sind Laichkraut- , Hornblatt- , Tausendblatt- und seltener auch Wasserpest-Tauchfluren sowie Armleuchter ( Chara delicatula , Ch . hispida , Ch . intermedia , Ch . tomentosa ) - und Nixkraut ( Najas marina ssp . intermedia ) - Grundrasen . In den mesotrophen Gewässern ( z . B . Janker- , Hinberg- , Zwirnsee , Krummer See ) reicht die Vegetationsgrenze bis in Tiefen von 6 – 9 m . Flachseen , wie der Rederangsee und das Spukloch weisen nahezu flächendeckende Grundrasen und Tauchfluren auf . In den nährstoffreicheren Gewässern treten Tauchfluren je nach Trophiegrad bis in Tiefen von 2 – 4 m auf .
Innerhalb der Schwimmblattvegetation dominieren Schwimmdecken der Gelben Teichrose ( Nuphar lutea ) und der Weißen Seerose ( Nymphaea alba ) und im Kontakt mit Röhrichten auch Froschbiss-Decken . In einigen Seen kommen außerdem Krebsscheren-Schwimmfluren vor . In den Kleingewässern und Grabensystemen treten besonders häufig Wasserlinsen-Schwimmdecken sowie zumeist kleinflächig Wasserstern-Schwimmfluren auf . Außerdem kann auch die Wasserfeder ( Hottonia palustris ) Dominanzbestände ausbilden .
Fauna
Verschiedene Mollusken , wie Teichmuschel ( Anodonta cygnea ), Posthornschnecke ( Planorbarius corneus ), Schlammschnecke ( Lymnea stagnalis ) und Sumpfdeckelschnecke ( Viviparus contectus ) sind typische Charakterarten der eutrophen Flachseen des Nationalparks .
Typische Vertreter der Fischfauna in diesen Gewässern sind Blei ( Abramis brama ), Güster ( Blicca björkna ), Hecht ( Esox lucius ), Schleie ( Tinca tinca ), Plötze ( Rutilus rutilus ), aber auch Karausche ( Carrassius carrassius ) sowie Moderlieschen ( Leucaspius delineatus ). Bemerkenswert ist das Vorkommen des Welses ( Silurus glanis ) in mehreren Seen des Nationalparks . In Folge früherer Besatzmaßnahmen zur Intensivierung der fischereilichen Nutzung kommen darüber hinaus in einigen Gewässern allochtone Arten , wie Karpfen ( Cyprinus carpio ), Silberkarpfen ( Hypophthalmichthys molitrix ), Marmorkarpfen ( Aristichthys nobilis ) und Graskarpfen ( Ctenopharyngodon idella ) vor ( BORK , BERKHOLZ , KNIZIA mdl . 1994 ).
In den nährstoffarmen tieferen Seen ( Janker See , Hinbergsee , Zwirnsee ) tritt die Kleine Maräne ( Coregonus alba ) auf ( SPIESS 1990 , DRESBACH 1992 , MOESCHKE 1992 ). Aus einigen Seen sind Vorkommen des Edelkrebses ( Astacus astacus ) bekannt ( MEßNER , BERKHOLZ mdl . 1994 , RIDDER 2000 ).
Von den insgesamt 14 in Mecklenburg-Vorpommern beheimateten Amphibien wurden bisher 11 für das Nationalparkgebiet nachgewiesen . Die Gewässer sind Nah-
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