Nationalparkplan Band 2 - Page 48

ges Relief ist nicht nur ein Ergebnis von verschüttetem Toteis sondern auch eine Folge äolischer Umlagerungen ( Dünen 2 km westlich Serrahn ).
Die Grundmoräne im Hinterland der Endmoräne wird überwiegend von Schmelzwassersanden gebildet , die dem Geschiebemergel aufliegen und deshalb in der Zerfallsphase des Pommerschen Stadiums gebildet wurden .
2.2 Hydrogeologische Verhältnisse und Grundwasser
2.2.1 Grundwasserleiter und Grundwasserstauer
Das Kapitel 2.2.1 folgt der Darstellung von REINSCH ( 1995 ).
Der Müritz-Nationalpark liegt im Bereich einer hydrogeologischen Struktureinheit vom Tafeltyp mit z . T . mächtiger , flächenhaft ausgebildeter Lockergesteinsbedeckung .
Teilgebiet Müritz Das hydrogeologische Modell Quartär weist für das Teilgebiet Müritz des Nationalparks sowie sein regionales Umfeld folgende Grundwasserleiter ( GWL ) und Grundwasserstauer ( GWS ) aus ( vgl . Tab . 8 ):
Holozäne Ablagerungen sind im Teilgebiet Müritz mit Mächtigkeiten über 2 m in der Umrandung des Rederangsees , nördlich des Specker Sees sowie insbesondere in den Niederungen um den Woterfitzsee , den Zotzensee sowie den Jäthensee verbreitet .
Der GWL 1 ist im nördlichen Teil des Teilgebietes Müritz ( etwa bis zur Linie Federow – Klockow – Bocksee – Ulrichshof – Pieverstorf ) flächenhaft ausgebildet . Seine Mächtigkeiten erreichen im allgemeinen Werte von 20 und mehr Metern . Als GWS steht hier lokal Geschiebemergel W II oberflächig an . Seine Gesamtverbreitung entspricht in etwa der des GWL 1 .
Der GWL 2 ist nach bisheriger Kenntnis im Teilgebiet Müritz nahezu flächendeckend vorhanden . Er bildet weiträumig einen oberen , unbedeckten Grundwasserleiter . Seine Mächtigkeiten liegen im südlichen Bereich ( etwa zwischen Zotzensee , Jäthensee und Kramssee ) bei 5 – 10 m , sonst vielfach zwischen > 10 – 20 m . Westlich des Woterfitzsees werden nur Mächtigkeiten von 2 – 5 m erreicht .
Der GWS wird vom Geschiebemergel WI gebildet . Er ist insgesamt weitflächig verbreitet , weist jedoch auch größere Verbreitungslücken auf ( etwa zwischen Woterfitzsee , Priesterbäker See und Granziner See , z . T . auch im Gebiet Kratzeburg bis Dambecker See ). Demzufolge bestehen hier z . T . hydraulische Verbindungen zwischen GWL 2 und GWL 3 .
Der GWL 3 wird gleichfalls in weiträumiger Verbreitung erwartet . Größere Verbreitungslücken sind im Raum Rechlin – Woterfitzsee – Schillersdorf , bei Boek sowie nordöstlich des Zotzensees belegt . Die Mächtigkeiten liegen im Westen des Teilgebietes zwischen 5 – 10 m , in den zentralen Bereichen zwischen 10 – 20 m und 20 – 50 m im Norden und Nordosten .
Nördlich der Linie Boeker Schlamm – Käflingsberg – Dalmsdorf ist der Liegendstauer des GWL 3 nicht ausgebildet . Damit ist hier eine großräumige hydraulische Verbindung zwischen den Grundwasserleitern 3 und 4 gegeben .
Der GWL 4 fehlt – ausgenommen sind Bereiche am Ostufer der Müritz und nordöstlich von Dalmsdorf und Langhagen – fast vollständig . Bei Boek werden Mächtigkeiten von 2 – 20 m , nordöstlich von Langhagen Mächtigkeiten von > 10 – 20 m erreicht . Der Liegendstauer S I ist nach bisheriger Kenntnis weitflächig vorhanden .
Der GWL 5 fehlt im Norden des Teilgebietes Müritz sowie in seinem zentralen Teil . Bei Vorhandensein erreicht er Mächtigkeiten von 20 – 40 m im Norden und 5 – 10 m im Süden . Der quartäre Liegendstauer E ist in weiten Teilen des nördlichen und zentralen Müritzgebietes nicht ausgebildet .
Die Quartärbasisfläche liegt im Teilgebiet Müritz überwiegend zwischen -25 m ( Hochlage zwischen Specker See und Boeker Mühle ) und -50 m NN . Eine quartäre Rinne ist bei Blankenförde belegt ( Teufe > 100 m ). Das unterhalb folgende hydrogeologische Modell Tertiär ist durch folgende Horizonte gekennzeichnet ( vgl . Tab . 9 ):
Der GWL 6 ist im Teilgebiet Müritz lediglich am Nordbzw . Südrand verbreitet . Er besitzt als Grundwasserleiter keine Bedeutung .
Der GWL 7.1 fehlt im Uferbereich der Müritz und im östlichen Bereich zwischen Henningsfelde – Langhagen und Ulrichshof – Ankershagen .
Der GWL 7.2 ist weiträumig mit Mächtigkeiten von über 50 m ausgebildet . Beide Grundwasserleiter bilden flächenhaft eine hydraulische Einheit . Infolge des Fehlens des Liegendstauers der Mallißer Folge ( Horizont 13 ) und der Elster – Grundmoräne ( Horizont 11 ) sind hydraulische Verbindungen zu den quartären Grundwasserleitern grundsätzlich gegeben .
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