Nationalparkplan Band 2 - Page 160

Wirtschaftswege im Wald
In der Intensität und Qualität der Erschließung durch Fahrwege nehmen die Wälder Deutschlands weltweit eine Spitzenposition ein . Der hohe Standard der Walderschließung mit mehr als 40 lfd . m / ha ist ein Kennzeichen der modernen Forstwirtschaft .
Wie in Kap . IV / 5.3.3 dargestellt , geht die Zielsetzung des Nationalparks jedoch grundsätzlich in eine andere Richtung : Hier wird mittelfristig die Entwicklung vom Wirtschaftswald zum Naturwald angestrebt . Aufgrund der Großflächigkeit bilden die Wälder im Nationalpark den Grundstock zum Erhalt und zur Entwicklung großer ungestörter Lebensräume . Bezogen auf die Erschließung ist deshalb eine schrittweise Verringerung der Wegedichte anzustreben .
Vor diesem Hintergrund wurde für das Teilgebiet Serrahn ein neues Erschließungskonzept erarbeitet . Insbesondere ging es darum , das vorhandene Wegenetz grundsätzlich der Situation bei der Waldbehandlung anzupassen , eine Mehrfacherschließung zu unterbinden und eine Gebietsberuhigung zu erreichen . Zusammenfassend ist festzustellen , dass die Wegedichte um fast 50 % reduziert werden konnte . Daraus ergibt sich eine Verringerung der Anzahl „ zerschnittener “ Teilräume von bisher 317 auf nunmehr 109 ( vgl . Tab . 37 ).
Die revierweise Planung zeigte , dass es kein allgemeingültiges Patentrezept für die Erschließung gibt . Jedes Revier hat seine spezifischen Rahmenbedingungen bezüglich zukünftiger Waldbehandlung , Jagd , bestehender Zonierung und Eigentumsverhältnisse , Brandschutz , Freileitungen und nicht zuletzt aufgrund der Geländegegebenheiten .
Im Rahmen der Waldbehandlungsplanung für das Teilgebiet Müritz soll auch hier ein aktuelles Waldwegekonzept erstellt werden . Die Wegeplanung ist ein Prozess , der in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss . Spätestens dann , wenn sich die o . g . Rahmenbedingungen geändert haben .
6 Ver- und Entsorgung
6.1 Versorgung
Energieversorgung
Kraftwerksstandorte existieren im Nationalpark und dessen näherer Umgebung nicht .
Zwischen Neustrelitz und dem Teilgebiet Serrahn verläuft eine 380 KV-Trasse , die von Fürstenberg kommend in Richtung Neubrandenburg führt . Der geringste Abstand zum Nationalparkgebiet beträgt etwa 500 Meter . Diese Leitung gehört zum überregionalen Verbundsystem , sie hat für die Energieversorgung der Region keine Bedeutung .
Das Nationalparkgebiet wird von zwei oberirdischen 110 KV-Trassen auf einer Gesamtlänge von 32 km durchquert . Sie wurden 1936 errichtet . Es handelt sich zum einen um die Verbindung zwischen den Umspannwerken Fürstenberg - Waren ( Müritz ) ( im Abschnitt Useriner Mühle bis Federow 22 km ), zum anderen um die Verbindung vom Abzweig bei Henningsfelde bis zum Umspannwerk Neustrelitz ( 10 km ). Sie bilden die Grundlage für die regionale Stromversorgung .
Beide 110 KV- Leitungen wurden in den Jahren 2000 bis 2002 unter Beibehaltung der Trassen vollständig erneuert . Dabei wurden die Belange hinsichtlich des Fischadlerschutzes beachtet und wiederum Nisthilfen installiert .
In den Umspannwerken wird der Strom auf Mittelspannung ( 20 KV ) transformiert . Die Energieversorgung des Nationalparkgebietes und seines Umfeldes erfolgt über die Umspannwerke in Fürstenberg , Neustrelitz , Röbel und Waren ( Müritz ). Von dort wird der Strom über ein weit verzweigtes Netz von 20 KV- und Niederspannungsleitungen bis zu den Abnehmern , d . h . zu allen Orten , Wohnplätzen und zu weiteren Abnahmestellen verteilt . Auch dieses Netz verläuft größtenteils oberirdisch .
Tabelle 37 : Ergebnisse des Erschließungskonzeptes für das Teilgebiet Serrahn
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Quelle : Nationalparkamt Müritz ( 2000 )
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