Nationalparkplan Band 2 - Page 116

Das Artenspektrum der Fledermäuse im Nationalpark ist beachtlich , wobei besonders auf das Vorhandensein seltener Arten hinzuweisen ist ( OLDENBURG & HACKETHAL 1994 ). Der Lebensraum des Abendseglers ( Nyctalus noctula ) umfasst Laub- und Mischwälder , Gärten und Parks . Diese Art ist im ganzen Nationalparkgebiet verbreitet . Normalerweise auf Spechthöhlen angewiesen , wurde sie in letzter Zeit aber auch in Fledermauskästen angetroffen . Im Bereich Waren ( Müritz ) - Ecktannen wurden jährlich 80 – 100 adulte Weibchen nachgewiesen . Von 1971 sind zwei Nachweise aus Speck und Müritzhof bekannt . Aus dem Teilgebiet Serrahn sind aus den Jahren 1977 – 1983 einige Fänge und Totfunde bekannt ( PRILL 1995 mdl .).
Das Braune Langohr ( Plecotus auritus ), dessen Lebensraum hauptsächlich offene Wald- und Buschlandschaften sind , besiedelt Baumquartiere , Fledermaus- und Vogelkästen , aber auch Dachstühle von Gebäuden . Diese Art , wie auch die Breitflügelfledermaus ( Eptesicus serotinus ) wurden im Nationalpark relativ häufig nachgewiesen , letztere besonders häufig in Siedlungsnähe .
Die Fransenfledermaus ( Myotis natteri ) hält sich gern in Wassernähe auf und bewohnt meist lichte Wälder sowie Parklandschaften . Unter anderem wurde sie regelmäßig in den Winterquartieren ( Eiskeller in Waren ( Müritz ), Neustrelitz und Penzlin ) angetroffen , wogegen aus dem Nationalpark nur der Nachweis einer Wochenstube in Müritzhof bekannt ist . Einzelnachweise gibt es aus dem Teilgebiet Serrahn , wo ausschließlich männliche Tiere in den 70er Jahren meist am Schlossberg nachgewiesen wurden ( PRILL 1995 mdl .). Die Große Bartfledermaus ( Myotis brandti ) stellt ähnliche Ansprüche an ihren Lebensraum . Es gibt nur zwei Nachweise aus Fledermauskästen in Waren ( Müritz ) -Ecktannen ( OLDENBURG & HACKETHAL 1988 ). Das Große Mausohr ( Myotis myotis ) kommt vorwiegend in lichten Auwäldern und strukturreichen Feld- und Wiesenlandschaften vor . Von dieser Art ist gegenwärtig nur eine Wochenstube in der Warener Marienkirche bekannt ( ca . 60 adulte Weibchen ). Das bedeutendste Winterquartier befindet sich im ehemaligen Eiskeller in Waren ( Müritz ), wenige Tiere treten kontinuierlich im Teilgebiet Serrahn auf ( PRILL 1969 ).
Der Kleine Abendsegler ( Nyctalus leiseri ) ist ein ausgesprochener Waldbewohner , der Laubwälder bevorzugt . Er ist mit Sicherheit im Müritzgebiet verbreitet , konnte aber bisher nur einmal in Serrahn nachgewiesen werden ( PRILL 1970 ). Die Kleine Bartfledermaus ( Myotis mystacinus ) kommt meist in Wassernähe vor . Sie ist sicher bedeutend häufiger , als die wenigen Nachweise in den bekannten Winterquartieren ( Eiskeller Waren ( Müritz ), Burgkeller Penzlin , Alte Brauerei Neustrelitz ) beweisen . Sommerquartiere konnten bisher noch nicht nachgewiesen werden ( OLDENBURG & HACKETHAL 1994 ). Die Mopsfledermaus ( Barbastella barbastellus ) lebt bevorzugt in bewaldeten Habitaten . Von dieser im Nationalpark seltensten Art gibt es nur zwei zurückliegende Nachweise von PRILL ( 1969 ) im Teilgebiet Serrahn . Die in lichten Laub- und Mischwäldern lebende Rauhhautfledermaus ( Pipistrellus nathusii ) ist regelmäßig in Fledermaus- und Vogelkästen anzutreffen , wurde aber auch wiederholt in Gebäuden gefunden . Im Gebiet von Ecktannen ist eine ständige Population ( ca . 200 – 250 adulte Weibchen ) nachgewiesen . Nachweise dieser Art sind auch in Rehhof und vom Feisnecksee bekannt ( OLDENBURG & HACKETHAL 1988 , 1994 ).
Die Teichfledermaus ( Myotis dasycneme ) zeigt eine relativ starke Bindung an größere , stehende Gewässer . Der letzte Nachweis dieser Art , der dreimal durch Einzelfunde aus dem Gebiet belegt ist , stammt von 1993 ( STUBBE mdl . 1994 ). Die Wasserfledermaus ( Myotis daubentoni ) kommt vor allem in seenreichen Gebieten und an langsam fließenden Gewässern vor und ist überall im Müritzgebiet verbreitet . Die Quartiere befinden sich in Spechthöhlen in Gewässernähe . In den Winterquartieren ( Eiskeller Waren ( Müritz ), Burgkeller Penzlin , Alte Brauerei Neustrelitz ) wurden allerdings nur wenige Individuen nachgewiesen . Wenige Nachweise aus den 70er Jahren gab es auch am Feisnecksee ( OLDENBURG & HACKETHAL 1994 ). Von PRILL sind ebenfalls aus den 70er Jahren einige Exemplare aus dem Teilgebiet Serrahn bekannt . Die Zweifarbenfledermaus ( Vespertilio discolor ) bewohnt vorwiegend Bergwälder und gegliederte Kulturlandschaften und ist 1993 erstmals in Amalienhof gefunden worden . Es gibt weitere Funde neueren Datums aus Mecklenburg die darauf schließen lassen , dass die Art in Norddeutschland nicht so selten ist , wie bisher angenommen ( STUBBE mdl . 1994 ). Die offenes Gelände und lichte Wälder bevorzugende Zwergfledermaus ( Pipistrellus pipistrellus ) ist nach OLDENBURG & HACKETHAL ( 1994 ) die häufigste Art im Gebiet . Die Wochenstubengesellschaften sind vorwiegend in Gebäuden aller Ortschaften des Müritz-Nationalparks zu finden , in den bekannten Winterquartieren ( Eiskeller Waren ( Müritz ), Burgkeller Penzlin , Alte Brauerei Neustrelitz ) fehlt sie jedoch .
Der zu den Pflanzenfressern ( Herbivora ) gehörende Feldhase ( Lepus europaeus ) stammt aus Steppenlandschaften , ist heute jedoch in agrarisch geprägten Landschaften und auch in Wäldern zu finden . Da der Großteil des Nationalparks kein optimales Hasenbiotop darstellt , ist die Dichte im allgemeinen gering . Auch das Vorkommen des Wildkaninchens ( Oryctolagus cuniculus ) beschränkt sich auf wenige Gebiete bei Zinow , Grünow und Waldsee sowie im Revier Federow ( STÖCKER 1993 ).
Das Eichhörnchen ( Sciurus vulgaris ) ist ein Laub- , Mischsowie Nadelwaldbewohner und im Nationalpark häufig zu
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