BASKET Leseprobe 0617_BASKET_Leseprobe - Page 9

Wie eiN team M . . . A E R A D Die Welt veRZauBeRte CAME trUE Das Dream Team von 1992 ist die viel- leicht beste Mannschaft in der Geschichte des Sports. ihre Spiele waren atemberaubend, ihre vollbrachten Leistungen sind legendär. Mit ihrer Spielweise und einer noch nie zuvor dagewesenen Popularität eroberten sie die Welt – und machten den Basketballsport zu einem globalen Phänomen. Ein Blick zurück auf einen geschichtsträchtigen Sommer in Barcelona. TexT GREGOR hAAG T Basketball vom anderen Stern: Wer gegen „MJ“ spielen durfte, war unabhängig vom Ergebnis ein Sieger. räume sind laut Definition im Schlaf auftretende Ab- folgen von Vorstellungen, Bildern, Ereignissen und Erleb- nissen. Gleichzeitig sind sie sehn- liche und unerfüllte Wünsche. Das Traumthema ist in unserem Alltag allgegenwärtig, denn je- der Mensch träumt. Und jeder Mensch hat Wünsche und Sehn- süchte, weshalb jeder mit diesem Mysterium etwas anfangen kann. So gibt es unzählige Sprichwörter, popkulturelle Anspielungen in Mu- sik und Literatur, Zitate und Reden aus Politik und Gesellschaft, die sich mit dem Phänomen Traum beschäftigen. Wer kennt nicht Martin Luther Kings berühmte Worte „I have a dream“? Auch im Sport wird viel von Träumen gesprochen. Athleten, Spieler, Mannschaften, Trainer und Fans träumen von Erfolgen, Triumphen, Glücksmomenten welcher Art auch immer. Oder davon, nach einer Verletzung wieder den Sport ausüben zu können, den man liebt. Oder auch nur davon, eines Tages Mitglied der besten Basket- ballliga der Welt zu sein. Träume können sich ebenso auf Dinge und Ereignisse beziehen, die unrealis- tisch erscheinen, reine Wunsch- vorstellungen sind. Das perfekte Spiel zum Beispiel. Der perfekte Moment. Der perfekte Wettkampf. Oder auch das perfekte Team – ein Dream Team. In den Augen vieler war und ist das US-amerikanische Basket- ballnationalteam der Männer von 1992 nichts weniger als das: eine solch ungeheure Ansammlung von individuellem Basketball talent, wie man es sich nur in seinen Träumen hätte vorstellen können. Und doch ist es wirklich und real, a dream that came true. Dass dieses mit NBA-Superstars überlaufene Team die beste Basketballmann- schaft aller Zeiten ist, darüber streitet niemand. Viele Journalis- ten aber blicken über den Hard- wood hinaus und bezeichnen das Dream Team sogar als die beste Mannschaft in der Geschichte des Sports. Fakt ist jedenfalls: Was Michael Jordan, Magic Johnson, Larry Bird und Konsorten im Som- mer 1992 tun und verkörpern, ist in zweierlei Hinsicht etwas Beson- deres. Zum einen gab es niemals zuvor eine solche Akkumulation an Superstars in der National Bas- ketball Association, weswegen der Zeitpunkt der Entstehung dieser Truppe auch so passend ist – eine bessere Werbung für sich selbst hätte sich die NBA niemals wün- schen können. Was auch gleich zum zweiten Punkt überleitet: Denn die damit einhergehende Po- pularität des Teams selbst und die passendste aller Bühnen, nämlich das größte Sportfest des Planeten, die Olympischen Spiele, tragen dazu bei, dass das Dream Team den Basketball in die Welt trägt und zu einem globalen Phänomen erhebt. Aber beinahe wäre es nie zu all dem gekommen, und der Mythos „Dream Team“ wäre doch nur ein bloßer Traum geblieben … eine neue regel verändert alles Als das Mutterland des Bas- ketballs versteht es sich für die Amerikaner seit eh und je von selbst, dass das eigene Team bei Olympischen Sommerspie- len zweifellos als Top-Favorit gilt 37