BASKET Leseprobe 0617_BASKET_Leseprobe - Page 5

KAMPF DER WEr hoLT DiE chAMpionShip? SUPERSTARS Auch in diesem Jahr gilt: Wer NBA- champion werden möchte, braucht einen Superstar in Top-Form. Selbst die Spurs werden ohne Kawhi Leonard auf höchstem Level den Kürzeren ziehen. BASKET blickt auf den spannenden Fight um die Meisterschaft 2017! TexT ThOMAS WERNER D ass man nach einem Sweep in der ersten Play- off-Runde dermaßen laute Kritik abbekommen könnte , davon war Tyronn Lue wohl nicht aus- gegangen. Gerade hatten seine Cleveland Cavaliers die Indiana Pacers mit 4:0 in den Playoffs der Eastern Conference eliminiert, da musste sich der ehema- lige Point Guard auch schon öffentlich verteidigen. „Denken Sie nicht, dass bei einer so deutlichen Serie LeBron mehr Pausen hätte bekommen müssen“, frag- te ein neugieriger Journalist auf der Pressekonferenz nach Game 4. Eine naheliegende Frage, immerhin hatte der 32-Jährige für seine 32,8 PPS, 9,8 REB und 9,0 AS auch stolze 43,8 Minuten pro Partie auf dem Court gestanden. Und für den ersehnten nächsten Titelrun von Lue und seinen Cavs ist ein gesunder LeBron James quasi unverzichtbar. Doch der Meis- tercoach von 2016 hielt dagegen, ebenfalls mit nach- vollziehbaren Argumenten. „Keine Sorge, wir sind uns seiner Minu tenzahl schon bewusst“, grinste er. „Aber wir sehen das nicht als Problem an. Es ist doch besser, wenn wir die Serie schne ll beenden und danach meh- rere Tage Pause haben, anstatt Spieler zu schonen und die Serie womöglich zu verlängern. Dann hätte LeBron noch mehr spielen müssen“, so Lue. Generell ist die Fitness bei LeBron James ohnehin eher das kleinste als das größte Problem. Am Übergang von Regular Season zu den Playoffs hatten die Cavs eine Woche Pause, der Sweep ermöglichte weitere freie Tage. „Er könnte auch 48 Minuten pro Spiel machen“, sagt Lue. Fest steht: Das Thema Superstars, deren Spielzeit und deren Bedeutung für ihr Team ist in den Playoffs heißer denn je. Denn hier, auf der großen Bühne des NBA-Basketballs, sind sie so unverzichtbar wie die Luft zum Atmen. Was der Ausfall bzw. die (Un-)Fitness eines Superstars für den Kampf um die Championship bedeuten kann, haben die Golden State Warriors in der vergangenen Saison schmerzvoll erfahren müssen. Steph Curry hatte sich gegen die Rockets in der ers- ten Runde am Knie verletzt, fi el mehrere Wochen aus. Gegen Portland kehrte er zwar zurück, der Verlauf der Playoffs zeigte jedoch, dass der „Babyfaced Assassin“ längst nicht bei 100 Prozent war – und seine Warriors letztlich in der Finals-Serie gegen die Cavs nicht zum Titel führen konnte. „Natürlich war ich nicht richtig fi t. Aber wen interessiert das? Ich habe versucht, meinem Team zu helfen. Aber leider konnte ich keine 100 Pro- zent geben“, sagt Steph im Rückblick. Kein Wunder also, dass sich kein Team dieses Schicksal wünscht: ein ganzes Jahr harte Arbeit, dann der Schock in den Playoffs durch eine Verletzung des Superstars – und es gibt kaum noch eine Chance, sich selbst für den riesigen Aufwand seit der Offseason zu belohnen. Dementsprechend werden die wichtigsten Akteure in Watte gepackt, zumindest neben dem Court. BASKET 06 | 2017 11 Ein entscheidender Faktor