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divingEurope 3|2017 W er hat`s erfun- den?“ Wir spre- chen jetzt nicht von den „Kräu- ter- Möggli, Kräuter-Täfeli“ oder "Kräuter-Zeltli", sondern von speziellen Tauchtabellen, den bekanntesten Tauchcomputern, der immer aktuellen Sichtwei- tentabelle im Netz, dem Luft- verbund der Diveshops, den informativen Hinweisschildern an Gewässern, um nur einiges zu nennen. Alles Schweizer Gedankengut und wer es noch nicht weiß: bis heute hält trotz amerikanischer Anstrengung durch das Woods Hole Institut den Weltrekord im Tieftauchen einer der Eidgenossen: es wa- ren exakt 10910 Meter Tiefe im Marianengraben östlich der Philippinen, den Jacques Pic- card mit dem US-Marineleut- nant Don Walsh am 23. Januar 1960 mit der „Trieste“ erreichte. Ein Rekord für die Ewigkeit? Das zentrale Land in Europa war schon immer eine Ideen- und Denkfabrik; spricht für gute und präzise Qualität sowie Orga- nisation. Das trifft auch für den Tauchsportsektor zu. Schweizer Basen im Ausland haben immer das gewisse Etwas. Warum es aber ausgerechnet diese Land- ratten weltweit immer wieder zu aquatischen Ehren bringen ne- ben dem durch ihre Gipfel be- dingten Höhendrang, liegt wohl an der Geographie des Landes. Denn die Eidgenossen werden regelrecht vom Wasser einge- kesselt: dem Boden- und Gen- 88 fersee, dem Lago Maggiore, dem Alpenrhein, dem Hoch- rhein und dem Fluss Doubs. Insgesamt besitzt das kleine Land etwa 1500 Quafratkilome- ter an Wasserfläche, etwa vier Prozent des Landes sind also flüssig, absolut ideal für Was- serratten. Die Wasserqualität ist meist gut, denn Umwelt und Na- turschutz werden hier ganz groß geschrieben. Schon seit langem ist Tauchen in den Schweizer Seen ein fester Begriff. Doch es gibt eine ganze Latte mehr an wirklich tollen Spots und Gewässern, die uns eher unbekannt sind. Sie liegen weit verstreut sowohl im deutsch- sprachigen, als auch im fran- zösischen-, italienischen- oder rätoromanischen Teil, in Regio- nen auf über 2000 Meter Höhe in den Alpen oder knapp 400 Meter im Alpenvorland. Wo wir die ganzen anderen lohnenden Tauchgewässer aus den insgesamt 1528 Seen her- zaubern und auf deren Tauch- tauglichkeit filtrieren? Ganz ein- fach, es gibt ein Standardwerk für Taucher im Land der Jodler und Alphornbläser, den dicken „Dive Guide“ von Claudia und Norbert Eisenlohr aus Win- terthur. Das Mammutwerk be- schreibt 454 Tauchplätze von 95 Seen und Flüssen. Ein Muss ist auch der Tauchführer „Rund um Bern“ von Tauchsport Kä- ser. Nimmt man noch die ak- tuelle Seite des Tauchclubs Aarau hinzu, ist man bestens gerüstet für das Tauchaben- teuer Sc hweiz, denn nützliche Links gibt’s dazu nebenher en masse. Selbst, wenn man einen ganzen Jahresurlaub verprasst, sieht man nur einen geringen Prozentsatz des Möglichen im politisch neutralen Staat. Deshalb gehen wir „Schwoobe“, so spricht man von uns Deut- schen südlich des Weißwurst- äquators, gerne auf die Walz zu unseren lieben Nachbarn und haben ein paar außergewöhnli- che Plätze rausgefischt. Wer das Land besucht, muss Sie sich redetechnisch und akustisch etwas umstellen. Das liegt nicht nur an deren vier Sprachen im Land, denn selbst in deutschsprachigen Kanto- nen wird es heikel, wenn spe- zifische Dialekte dazu kommen. Es ist keine Schande, wenn sie wieder einmal nachfragen müs- Im Land mit weißem Kreuz und Markenzeichen Kuh: wer bei den Eidgenossen tauchen will, muss auf jeden Fall eine Taucherflagge setzen, ansonsten kann es teuer werden. An vielen Tauchplät- zen sind Hinweisschilder und bitte wirklich daran halten. Das erspart Ärger und für alle Tauchverbot (re., Von ob.)