divingEurope 3|2017 - Page 32

divingEurope 3|2017 Der Unterwassernaturschutzpark dort gilt unumstritten als eines der Top-Tauch- reviere von Mallorca. Klar auch, dass sich bei so einem Namen reichlich Mythen um die Insel ranken. Die naheliegendste Ge- schichte könnte – der Name lässt es ja erwarten – von Drachen handeln. Mit viel Einbildung soll die Silhouette der Insel ei- nem schlafenden Drachen ähneln. Wahr- scheinlicher ist dagegen, dass es sich bei der Namensgebung nicht um feuerspeien- de Fantasiewesen drehte, sondern um die endemische Dragonera-Eidechse. Einigen Quellen zufolge war sie das ein- zige Wirbeltier, das schon vor dem Men- schen auf der Insel war. Spätestens im 16. Jahrhundert erhielten die Mini-Drachen für eine Zeit lang Dauergesellschaft. Seitdem steht auf der circa vier Kilometer langen In- sel an ihrer höchsten Stelle bei 353 Meter ein Leuchtturm. Mittlerweile natürlich längst Ex-Leuchtturm, und auch das mit der Dau- ergesellschaft hat sich schon lange erledigt. Nur von April bis Oktober landen Boote an. Die Besucher können am Wasser liegen und sich auf den wenigen Wanderpfaden bewegen – auf jeden Fall aber bei der meist herrschenden Hitze sich den Schweiß aus den Leibern treiben. Das mag mal ganz schön sein, Taucher zieht es jedoch (auch) unter Wasser. Denn schließlich, das darf man getrost behaupten, steht das Naturer- lebnis dort dem an Land in nichts nach. Überall da, wo Fischen und Angeln im Mit- telmeer verboten ist und das kontrolliert wird, haben sich die Bestände der ansäs- sigen Tierwelt erholt. Das ist an mehr als 30 Tauchplätzen, davon etwa 25 an Drago- nera, ebenfalls zu sehen. Als Raubfische sind Barrakudas dabei immer ein gutes Indiz dafür, dass die Nahrungskette bis an das obere Ende der Skala funktioniert. Die schlanken Silbertorpedos sind bestens am – Überraschung: – Barracuda Point des Cap Tramuntana zu beobachten. Am Nordende der Insel gelegen weist die Stel- le eine Besonderheit auf. Egal woher das Wetter kommt, es kann in drei Richtungen getaucht werden. Im Klartext: es gibt keine Ausrede wegen schlechten Wetters nicht San Telmo ist nicht groß. Die Tauch- schule Scuba Activa liegt im Ortsteil auf der Klippe hinten im Bild (li.) Von der Basis geht es kurz ums Eck und dann eine Treppe hinunter zum Schlauchboot (re.) 32