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divingEurope 3|2017 einer Grube, die der Welsmann nahe dem pflanzenreichen Ufer baut. Das Nest wird streng be- wacht und gepflegt, kein an- derer Fisch darf zu nahe kom- men, er ist da recht aggressiv. Ist das Wasser warm, schlüpfen die Nachkommen bereits nach ein paar Tagen und werden im Nu größer. Ab jetzt wird ge- fressen auf Teufel komm raus, im Herbst wachsen die Jungfi- sche auf stattliche 50 cm Län- ge an und zählen somit zu den schnellst wachsenden Fischen. Um ein Kilo zuzulegen benöti- gen sie etwa sieben Kilogramm Futter, nach zwei bis drei Jah- ren sind sie mit etwa zwei Kilo geschlechtsreif. Was uns gefällt, aber es ist ein zweiseitiges Schwert: der be- liebte Speisefisch ist nicht doof. Hing er einmal am Haken, wird er trotz Permanenthunger nicht sofort wieder zubeißen und ent- wickelt auch Strategien gegen die Petrijünger, in dem er sich nicht bewegt oder in Angel-Hin- dernisse schwimmt. Aber er kann leider auch kleinere Ge- wässer nahezu leer fressen. Im bayrischen Wald in Erharting wurde ein „Killer-Waller“ und „Ungeheuer“ – so die bekannt einschlägige Presse – berühmt berüchtigt, der sich partout nicht aus der dort niedrigen und nur 20 Meter breiten Isen fan- gen ließ. Gebadet wurde dort übrigens gar nicht mehr. 137