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divingEurope 3|2017 Glauben Sie nur nicht, dass man Welse immer in der Tiefe sieht, wie oftmals beschrieben. Die meisten Begegnungen hat- ten wir zwischen der Oberflä- che und acht Meter Tiefe. Dies hängt natürlich entschei- dend vom Bewuchs und Nah- rungsangebot ab. In den ruhi- gen Seen liegen sie zwischen Frühjahr und Herbst tagsüber gerne versteckt zwischen Pflan- zen und nur der breite Kopf ist zu sehen. Im Winter ziehen sie sich dann in größere Tiefen und relaxen. In den Flüssen findet 134 man sie im strömungsarmen Kehrwasser, in Mulden, zwi- schen Felsblöcken oder großen Steinen. Schon fast lässig hängt einer meiner „Freunde“ über di- cken Ästen im Altrhein keinen Meter tief und dies schon seit Jahren. Er legt immer mehr zu, besonders durch das dorti- ge massenhafte Auftreten der südosteuropäischen Schwarz- mund-Grundel, für ihn eine ein- fache und leckere Beute. Wobei wir bei der vielseitigen Speisekarte des Raubfisches sind: er is(s)t nicht wählerisch! In erster Linie verspeist er alle Arten von Fisch, aber selbst kleinere Säugetiere wie Enten, Jungschwäne oder Vögel ver- schmäht er nicht. Im Fluss Tarne in Südfrankreich staunten Forscher über eine ganz ungewöhnliche Fangme- thode: die Fische springen aus dem Wasser auf das Ufer und schnappen nach durstigen Tau- ben. Ihr Spitzname dort lautet „Süßwasser-Killerwale“. Na ja. Die Fische geben sich aber ansonsten auch mit kleineren Mahlzeiten zufrieden, selbst In-