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divingEurope 3|2017 festigt er ein langes Seil an einem Baum, denn der Boden ist glitschig. Im bauchtiefen Wasser beginnen wir unseren Tauchgang, den er zuvor als spannend und sehr ein- drucksvoll beschrieben hat. Auch andere Exper- ten haben ihn in die Hit- liste der Westschweizer Toppspots gekürt. Dabei ist alles recht flach, je nach Wasser- stand maximal neun Meter tief. Was meine Meinung wieder mal bestärkt: nicht auf die Tiefe kommt es an! „Wir müssen un- bedingt um die Mittags- zeit reinhüpfen, wenn die Sonne die Schlucht gut ausleuchtet“, infor- mierte mich Daniel be- reits vorher. sondere Erlebnis ist daher im- mer eine Schönwetterperiode. sammen mit einem Taucher in Szene zu setzen, die in Jahr- tausenden durch die Gewalt Zwischen Felsmurmeln und gro- des Wassers fein abgeschliffen ßen Steinbrocken verstecken und herrlich gemustert sind. Eine tolle Fotokulisse. Am Grund ist meist Kies und Sand, ab und zu liegen dicke Baumstäm- me oder Äste quer im Bachbett, die sich eben- falls als hübsches Motiv durch die bizarren Licht- spiele eignen. Ist man auf Maximaltiefe, unbe- dingt mal ganz vorsich- tig auf dem Rücken tau- chen, die Luft anhalten und nach oben schauen: einfach nur schön. Besonders Unterwass- erfotografen und Filmer pilgern gern zu dieser Traumpfütze und da- her unsere Empfehlung: Sollten bereits andere im Recht hat er: jetzt Wasser sein, am besten kämpft sich das Licht warten, wenn es auch besonders eindrucksvoll noch so schwerfällt. In durch das Grünwasser der schmalen Areuse gilt und zaubert einzigar- besonders: je weniger tige Stimmungen rund Taucher, desto besser. um die Felsformationen Selbst wenn man noch und die ins Wasser ge- so vorsichtig im Frogstil stürzten Bäume, als wir taucht, sind Aufwirbe- entgegen der leichten lungen in dem Sediment Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß Strömung nach oben gesetzt – oder wie bei der Areuse ‘nen Fußmarsch nicht zu vermeiden. tauchen. Das sind um Nur im klaren Wasser die 200 Meter Richtung wird das Flüsschen und sich einige hübsch gezeichnete Becken und Wasserfall. Übri- die Schlucht zu einem Ge- Bachforellen, manche huschen gens: bei Hochwasser ist alles nusstauchgang der allerersten schnell davon. Einfacher sind trübe, das Tauchen auch ge- Sorte, wirklich echt „Mega-Hu- die Groppen fotografisch ein- fährlich durch die starke Strö- ere-geil“ – quasi die Note 1 in zufrieren. Noch einfacher sind mung und daher unmöglich. der Tauchplatzbeurteilung auf die Wände links und rechts zu- Voraussetzung für dieses be- Schweizerdeutsch. 118