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divingEurope 2|2017 Jagen in Gruppen ist Teil des sozialen Verhaltens – und steigert nebenbei die Effizienz schnappen. Gräten entfernen. Fertig. Denn wie die Zweibeiner an Land kann auch Kol- lege Meerespanda Schuppen und pieksige Knochen überhaupt nicht ab. Heringsschup- pen treiben umher wie Schneeflocken im Januar-Sturm. Ist für die Sicht unter Wasser und vor allem für die Fotos nicht immer zu- träglich, aber so ist das nun mal. Das Grätenskelett spuckt der Acht-Meter-­ Koloss nach der Mahlzeit wieder aus – als Ganzes. „Wir sind uns nicht sicher wie sie das schaffen“, erzählt Sebastian Hubertus fasziniert. „Wahrscheinlich rollen sie den Fisch mit der Zunge entlang der spitzen Zäh- 96 ne, so dass das Fleisch zwischen den Gräten hinausgedrückt wird.“ Der Tauchlehrer arbei- tet als Sicherungs-Schnorchler für Olav und liebt seinen Job. „Einmal kam ein Orca mit dem Hering im Maul zu mir geschwommen und präsen- tierte stolz den Fang zwischen seinen Zäh- nen bevor er ihn verschlang.“ Das nennt man hier einen „Encounter Number Four“ – eine Begegnung vierten Grades. Gemein- sam mit dem Franzosen Pierre Robert de Latour haben die Norweger die Organisa- tion USEA ins Leben gerufen. Bei ihr dreht sich alles um die Orca-Mensch-Interaktion.