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divingEurope 2|2017 Linke Seite: Einst war sie ein stolzes Schiff, die „Queen Olga“. Heute ist das nur noch zu erahnen. Munition und Granaten findet man aller- dings noch an einigen Stellen: Achtung – Hände weg! Fast eine kitschige Postkarten­ idylle: Das glasklares Wasser vor der Insel Lipsi ihn unter „erlebt, aber nicht zur Wiederholung“ empfohlen ab. Nur etwa ein Zehntel so groß wie die „Queen Olga“ ist das Schwimmflugzeug „Arado Ar 196“ – aber weitaus interes- santer. Der Mehrzweckflieger wurde 1937 für die Kriegsmari- ne konstruiert und mischte na- hezu bei jeder Seeschlacht als Aufklärer und U-Bootjäger mit. Der Flugzeugrumpf ruht auf ei- nem leichten Abhang vor der kleinen Insel Agia Kyriaki, ge- nau vor einer fotogenen Kirche. Zwischen 16 und 21 Meter Tiefe erinnert das Gerippe etwas an einen filetierten Fisch mit sei- nen Gräten, denn nur das Stahl- rohrgerüst des trapezförmigen Querschnittes mit den Rohrbö- gen, Längsleisten und Span- ten des einmotorigen Schulter- deckers blieben erhalten. Die Rumpfverkleidung bestand bis zur Pilotenkanzel aus einer tra- genden Alu-Metallverkleidung und dahinter aus Stoff. Bei- des hat das Meer zerfressen. Interessant ist die Kanzel mit dem Pilotensitz, dem Steu- er und anderen technischen Details. Große gelbe Zap- fenschwämme besiedeln so- wohl das Gerippe als auch die Tragflächenansätze. Übrigens: auch das Riff ringsherum ist nicht von schlechten Eltern. Zum Abschluss machen wir ei- nen Tagesausflug auf die nörd- lich benachbarte Inseln Pat- mos, die jeder Grieche kennt: Johannes der Evangelist – ein Schüler Jesus‘ – hatte in einer Höhle auf dem Berg die Vision der Apokalypse. Das darüber liegende Kloster, das an eine byzantinische Burg erinnert, beherbergt in seinem Muse- um viele Sehenswürdigkeiten. Irgendwo auf dem Weg zurück werfen wir in einer Postkarteni- dylle Marke Karibik an einer der Miniinseln um Lipsi den Anker und tauchen ab. Später nennen wir den Spot „Middle of nowhere“, der in Sachen Amphoren alles bisher Gesehene schlägt: ein großes Feld mit zum Teil noch rich- tig gut erhaltenen Tongefäßen liegt unter uns, während wir zur Abwechslung eigentlich mal Fi- sche fotografieren wollten. Dass man sich von so einem Fund kaum trennen kann, liegt auf der Hand. Trotzdem tauchen wir dann an die Überhänge des schönen Riffes, an dem einige Muränen 41