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divingEurope 2|2017 Der Oktopus ist Einzel- gänger, nur zur Paarung treffen sich Männchen und Weibchen (die nach der Eiablage sterben). Oktopusse lieben enge Höhlen als Verstecke. Nicht selten halten sie mit ihren Saugnäpfen Muschelscha- len und flache Steine wie früher Ritter ihre Schilde zum Schutz vor den Kör- per. In erster Linie dienen die Saugnäpfe aber zum Festhalten der Beute. Wird ein Arm im Kampf abgebis- sen, wächst er nach 112 Trotzdem: Vorsicht! Zwar sind Todesfälle nur nach dem Biss des berühmten Blauring- und seines weniger bekannten Cousins, dem Mototi-Oktopus (der hat auf jeder Seite nur ei- nen blauen Ring) bekannt. Aber auch der Gemeine Oktopus macht ganz schön Aua mit sei- nem Schnabel. Der sitzt an der Körperunterseite, dort wo die mit Saugnäpfen bewehrten Arme zusammenlaufen. Dieser Horn- schabel hat einen immensen Härtegrad, der – wie die Wis- senschaft erst vor kurzer Zeit herausgefunden hat – zum Kör- per hin dagegen weicher wird. So wird Selbstverletzungen vor- gebeugt, aber das Kn acken von Muschelschalen und Krabben- panzern ganz leicht. Der Okto- pus im Mittelmeer injiziert zwar kein Gift, lässt aber seinen Spei- chel – eine Art Verdauungssaft – über die Wunde laufen. Im Fall des europäischen Gemeinen Oktopus verursacht das in der offenen Wunde