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divingEurope 2|2017 rimente öffnete ein Oktopus im Aquarium den mit einem Deckel verschlossenen Behälter um an Nahrung zu kommen. Ich möchte mir jetzt gar nicht vorstellen, so ein Krake im Mit- telmeer oder vor den Kanari- schen Inseln hätte die Größe eines ausgewachsenen Man- tas – und dabei Hunger auf Fri- schfleisch. Obwohl: bisherige Funde beweisen, dass selbst der profane Mittelmeer-Okto- pus (genau den, den wir meist als kleinen Schisser auf der schnellen Flucht sehen oder gut versteckt in einem Schlu- pfloch finden) sehr wohl 25 Kilo schwer werden kann. Ein sol- ches Exemplar erreicht mit sei- nen abgespreizten Fangarmen zudem eine Spannweite von drei Meter. In der Praxis werden wir Tau- cher so ein Ungetüm aber eher nicht zu sehen bekom- men. Also keinerlei Gefahr vom „Viereckauge“? Oder war da nicht auch irgendwas mit Gift beim Oktopus? Die Natur hat zum Glück wie auch bei den Skorpionfischen einen Trennstrich zwischen Europa und den Tropen gezogen. So wie der Mittelmeerdra- chenkopf im Gegensatz zum Steinfisch ein eher schwa- ches und (für Menschen ohne allergische Reaktionen) nicht tödliches Gift über seine Sta- cheln injiziert, haben auch die in Europa verbreiteten Kraken im Gegensatz zu ihrer tropi- schen Verwandtschaft keine tödlichen Waffen. Das heißt? 111