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divingEurope 2|2017 Die Augen der Kraken zählen zu den höchstentwickelten Sehorganen der Wirbellosen. Sie sind die einzi- gen Körperteile, die nicht verkleinert werden können. Das bedeutet: der Oktopus kommt durch jede Öff- nung, durch die sein Auge passt. Noch beeindruckender: Er erkennt Hell und Dunkel auch mit der Haut Arme? War da nicht auch was mit zehn Greifern? Jain – zwei mehr hat nur die Tinten- fisch-Schwestergruppe eben der zehnarmigen Kopffüßer, so wie Sepien und Kalmare (Sie wissen schon: die beim Italie- ner oder Griechen in frittierter Form...). Der klassische Oktopus, egal in welchen Breitengra- den er denn vorkommt, besitzt seines Namens gemäß nur acht Tentakel. Auch die son- derbaren tropischen Formen 108 haben nicht zwei mehr – trotz gelegentlich hörbarer irriger Annahmen irgendwelcher Bes- serwisser. Man muss ja nicht unbedingt Latein beherrschen, um zu wissen, dass der Wort- teil „okto“ für acht steht. Im norwegischen Sprachge- brauch bekam das Tier schon vor Urzeiten einen anderen Namen verpasst: „Krake“ (übri- gens der Krake, nicht die Krake). Selbst die sprachwissenschaft- liche Truppe des Duden-Teams hat einigen Quellen zufolge nicht herausbekommen, wel- cher Ursprung dabei zu Grunde liegt. Eine Definition lautet aller- dings: Seeungeheuer. Na also, da isses wieder, das Geheimnisvolle. Muss aber wohl schon Urzeiten vor der Syste- matisierung der Fische gewesen sein, und definitiv vor der Zeit, da jeder mit dem Smartphone vom Kreuzfahrtschiff aus Bilder knipsen konnte. Zeitgenössi- sche Darstellungen aus die- ser ichthyologischen Frühzeit – sprich: irgendwann auf dem