BASKET Leseprobe BAS_07-0817_Leseprobe - Page 10

NBA E TEXT GREGOR HAAG s ist Dezember 2011. Die NBA steht vor einer Art Machtverschiebung in der Western Confe- rence. Denn Chris Paul, 26 Jahre alt, mehrma- liger All Star und einer der besten Einser der Liga, steht kurz davor, per Trade von den New Orleans Hornets zu den glorreichen L.A. Lakers ge- schickt zu werden. Der Drei-Team- Deal sieht außerdem vor, dass Pau Gasol die Stadt der Engel verlässt und sich den Houston Rockets anschließt. Die Hornets sollen im Gegenzug Lamar Odom von den Lakers sowie Kevin Martin, Luis Scola und Goran Dragic von den Rockets erhalten, zudem einen zukünftigen Erstrunden-Pick. Ei- gentlich sind sich alle Parteien einig – aber eben nur eigentlich. Die Hornets, damals auf verzwei- felter Suche nach einem neuen Besitzer und deshalb im Besitz der NBA befi ndlich, zerschlagen in Person von Commissioner Da- vid Stern den eigentlich schon festgezurrten Deal. Die offizielle Begründung: Es sei besser für die Hornets, wenn sie Paul behalten würden. Durch die Blume also: „Der Wechsel tut der Liga nicht gut, wäre zu ungerecht.“ Viele un- gläubige Mienen von NBA-Fans und Experten folgen auf diese plötzliche Kehrtwende; Stern sieht sich im Gegenzug auf ein- mal mit dem Vorwurf der Wettbe- werbsverzerrung konfrontiert. Nun stelle man sich trotzdem einfach mal kurz vor, was passiert wäre, wenn der Mega-Trade geglückt wäre: Chris Paul und Kobe Bry- ant zusammen im LaLa-Land – es hätte die Geburt ein kongenialen Super-Duos werden können. Da- zu Akteure wie Andrew Bynum, Derek Fisher oder Matt Barnes … Kobe hätte eine legitime Chance auf Ring Nummer sechs gehabt und CP3 auf seinen ersten. Chris Pauls Karriere hätte eine völlig neue Richtung eingeschlagen, hätte Stern sein Veto damals nicht eingereicht. Die vielen Konjunktive implizieren jedoch bereits unmiss- verständlich, dass die Realität für den heute 32-Jährigen tatsächlich gänzlich anders verlief. CLIPPERS STATT LAKERS Der Spielmacher wechselte be- kanntermaßen zwar dennoch in die Hollywood-Metropole, aber eben zu den Clippers; eine Fran- chise, die bis zu jenem Zeitpunkt regelmäßig in außerordentlichem Misserfolg zu baden pfl egte. Zu- sammen mit dem vielverspre- chenden Blake Griffin und dem energetischen Highfl yer DeAndre Jordan sollte eine neue Macht an der Westküste entstehen. Das klappte: Schnell etablierte Paul mit Griffin und Jordan ei- nen schnellen und athletischen Spielstil, „Lob City“ war geboren. Schnell war die Mannschaft er- CHRIS PAUL VOR DER ENTSCHEIDUNG SEINES LEBENS NO WAY BACK? SPEKULIERT WURDE SCHON VIEL, DOCH DIE ENTSCHEIDUNG ÜBER SEINE ZUKUNFT MUSS CHRIS PAUL GANZ ALLEINE TREFFEN. DOCH WELCHE WIRD ES SEIN? UND VOR ALLEM: WILL „CP3“ DIE CLIPPERS WIRKLICH VERLASSEN? BASKET ERKLÄRT SEINE VIER OPTIONEN. 28 BASKET 7-8 | 2017